Stress und Bluthochdruck – Welche Auswirkungen auf den Blutdruck hat beruflicher Stress?



Psychosozialer Stress im Job und die Folgen für den Blutdruck

Beruflicher Stress erhöht den Blutdruck. Untersuchungen belegen einen um ca. 4 mmHg höheren systolischen Blutdruck während der Arbeit im Vergleich zur Freizeit. Die 24-Stunden-Blutdruckwerte waren an Nicht-Arbeitstagen höher als an Arbeitstagen (3).
Aus verschieden Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. bei Busfahrern eine Erhöhung der täglichen Fahrzeiten mit einem Anstieg beim diastolischen Blutdruck verbunden war (1).

Auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung kann als gesichert gelten: Je höher der Stress, desto stärker der Blutdruckanstieg (6,7 – 11,5 mmHg Zunahme des systolische Blutdrucks je nach Schwere des Stresses)(7).

Eine Verminderung von Stress im Job führt einer Untersuchung zufolge zu einer Blutdrucksenkung bei der Arbeit (-5,3/-3,2 mmHg) und in der Freizeit (-4,7/-3,3 mmHg, systol./diastol.) (7).


Erhöht anhaltender Stress das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken?

Dass ein andauernder Stress nicht nur vorübergehend zu erhöhten Blutdruckwerten führt, sondern langfristig das Risiko für die Entwicklung einer Hypertonie erhöht, konnte in mehreren Studien belegt werden.
Bei Mitarbeitern in der Automobilbranche war eine Zunahme von Überstunden und Leistungsdruck mit einer höheren Rate an Bluthochdruck-Erkrankungen verbunden (1).
Langzeituntersuchungen an mehr als 3000 europäischen Erwachsenen konnten nachweisen, dass ein chronischer Stress über mehrere Jahre erhöhte Blutdruckwerte innerhalb der nachfolgenden 3 bis 7 Jahre sehr wahrscheinlich macht (8).
In der CARDIA-Studie bei jungen Amerikanern konnten diese Ergebnisse bestätigt werden. Ein hoher Grad an Ungeduld und Zeitdruck zu Beobachtungsbeginn war mit dem Auftreten einer Hypertonie 15 Jahre später verbunden (9).


Die Wirkung stressreduzierender Maßnahmen auf den Blutdruck

Untersuchungen zur Wirkung von stressreduzierenden Maßnahmen auf den Blutdruck haben bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt (6).
Nach Auswertung von sieben Übersichtsarbeiten kommen Linden und Mitarbeiter zu dem Ergebnis, dass Stress-Reduktionsprogramme eine Abnahme des systolischen Blutdrucks zwischen 6 und 10 mmHg erwarten lassen (4). Im Gegensatz dazu konnte die Arbeitsgruppe um Dickinson nur eine Senkung des Blutdrucks um -4,0/-3,1 mmHg (systol./diastol.) nach Auswertung unterschiedlicher Stress-Reduktionsprogramme dokumentieren (2).
http://www.amazon.de/Blutdrucksenkung-ohne-Medikamente-Detlef-Nachtigall-ebook/dp/B01B8IILUS/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1454175843&sr=8-2&keywords=Blutdrucksenkung+ohne+Medikamente

Eine später erschienene Metaanalyse konnte nur für ein einziges Verfahren zur Stressverminderung eine statistisch signifikante Wirkung auf den Blutdruck nachweisen (Transzendentale Meditation). Der Analyse zufolge konnten für häufig angewandte Verfahren, wie z.B. die Biofeedback-Methode, die Biofeedback-unterstützte Entspannungstherapie, für die progressive Muskelentspannung und das Stressmanagement-Training keine statistisch signifikante Reduktion erhöhter Blutdruckwerte nachgewiesen werden (6).
Nur die Analyse von Studien zur Transzendentalen Meditation zeigte klinisch relevante und statistisch signifikante Veränderungen beim Blutdruck (-5,0/-2,8 mmHg)(6).
Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ebenfalls zu einer Blutdrucksenkungen beitragen kann (5).

Wird hingegen der eigentliche Auslöser für die Stressreaktion beseitigt, führt die damit verbundene Stressverminderung in der Regel zu einer relevanten Blutdruckabnahme (7).


Weitere Beiträge zu erhöhtem Blutdruck


http://www.amazon.de/Mineralstoffe-Spurenelemente-unterstuetzenden-Behandlung-Erkrankungen/dp/1512235180/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1450725620&sr=8-1&keywords=Detlef+Nachtigall

 

Quellenangaben / Literatur


1. Cuffee Y, Ogedegbe C, Williams NJ, Ogedegbe G, Schoenthaler A. Psychosocial risk factors for hypertension: an update of the literature. Curr Hypertens Rep. 2014 Oct;16(10):483.
2. Dickinson HO, Mason JM, Nicolson DJ, Campbell F, Beyer FR, Cook JV, Williams B, Ford GA. Lifestyle interventions to reduce raised blood pressure: a systematic review of randomized controlled trials. J Hypertens. 2006 Feb; 24(2):215-33.
3. Landsbergis PA, Dobson M, Koutsouras G, Schnall P. Job strain and ambulatory blood pressure: a meta-analysis and systematic review. Am J Public Health. 2013 Mar;103(3):e61-71.
4. Linden W, Moseley JV. The efficacy of behavioral treatments for hypertension. Appl Psychophysiol Biofeedback. 2006 Mar; 31(1):51-63.
5. Nejati S, Zahiroddin A, Afrookhteh G, Rahmani S, Hoveida S. Effect of Group Mindfulness-Based Stress-Reduction Program and Conscious Yoga on Lifestyle, Coping Strategies, and Systolic and Diastolic Blood Pressures in Patients with Hypertension. J Tehran Heart Cent. 2015 Jul 3;10(3):140-8.
6. Rainforth MV, Schneider RH, Nidich SI, Gaylord-King C, Salerno JW, Anderson JW. Stress reduction programs in patients with elevated blood pressure: a systematic review and meta-analysis. Curr Hypertens Rep. 2007 Dec;9(6):520-8.
7. Schnall PL, Schwartz JE, Landsbergis PA, Warren K, Pickering TG. A longitudinal study of job strain and ambulatory blood pressure: results from a three-year follow-up. Psychosom Med. 1998 Nov-Dec; 60(6):697-706.
8. Steptoe A, Brydon L, Kunz-Ebrecht S. Changes in financial strain over three years, ambulatory blood pressure, and cortisol responses to awakening. Psychosom Med. 2005 Mar-Apr; 67(2):281-7.
9. Yan LL, Liu K, Matthews KA, Daviglus ML, Ferguson TF, Kiefe CI. Psychosocial factors and risk of hypertension: the Coronary Artery Risk Development in Young Adults (CARDIA) study. JAMA. 2003 Oct 22; 290(16):2138-48.


-->

Das könnte Sie interessieren: