Natürliche Antibiotika – Können Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut bakterielle Infektionen günstig beeinflussen?

 

Sinusitis und Bronchitis – Lassen sich Infektionen der Nasennebenhöhlen und der Bronchien ausreichend mit Naturheilmitteln behandeln?


Hintergrund

In der Naturheilkunde wird Meerrettichwurzel (Armoraciae rusticanae radix) verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Zubereitungen aus dem Kraut der Kapuzinerkresse (Tropaeoli majoris herba) werden traditionell zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen angewendet.

Verletzungsbedingte Immobilisation oder Inaktivität – Wie lässt sich der Muskelabbau vermindern?



Erhalt von Muskelkraft und Muskelmasse trotz Ruhigstellung – Stellenwert der essentiellen Aminosäure Leucin


Hintergrund

Verletzungen führen typischerweise zu einem Aussetzen der körperlicher Aktivität oder sind zumindest mit einer Verringerung der sportlichen Aktivität verbunden. Schwere Verletzungen können zur Immobilisierung einer Extremität führen. Jüngste Untersuchungen deuten darauf hin, dass etwa die Hälfte der Verletzungen als so schwerwiegend anzusehen ist, das im Durchschnitt mehr als 3 Wochen Training verloren gehen.

Verlust an Muskelkraft und Muskelmasse durch Immobilisation

Ein signifikanter Muskelverlust ist bereits 5 Tage nach Immobilisation nachweisbar. Messungen am Muskel deuten darauf hin, dass Muskelgewebe bereits nach nur 36 Stunden Inaktivität verloren geht. Darüber hinaus beeinträchtigt die Immobilisierung die Sehnenstruktur und -funktion.
Typischerweise dauert das Wiedererlangen der vollen Funktion und die Rückkehr zum normalen Training länger als die Immobilisierungsphase (Tipton 2015).

Ernährungsmaßnahmen können erheblich Einfluss nehmen auf eine verletzungsbedingte Immobilisierung und Inaktivität. Die Ernährung kann dazu beitragen, dass ein Sportler schneller zur vollen Aktivität und zum Training zurückkehren kann.

Muskelschwund im Alter - Kann eine ausreichende Zufuhr an essentiellen Aminosäuren den Muskelabbau bei älteren Menschen vermindern?


Der besondere Stellenwert von Leucin beim Erhalt von Muskelkraft und Muskelmasse im höheren Lebensalter


Hintergrund

Der Verlust an Muskelmasse im normalen Alterungsprozess liegt nach dem 40. Lebensjahr bei 3 % bis 8 % pro Dekade. Dieser Verlust beschleunigt sich nach dem 65. Lebensjahr. Der Verlust an Muskelkraft ist noch deutlich ausgeprägter als der Verlust an Muskelmasse. Der Kraftverlust in den oberen Extremitäten liegt bei 20 bis 40 % im Alter von 70 Jahren (Evans 1995).

Mit zunehmendem Lebensalter steigt der Anteil der Menschen die einen altersbedingten Muskelabbau bis hin zu einem Muskelschwund (Sarkopenie) entwickeln. Etwa 13 Prozent der 60- bis 70-Jährigen weist einen deutlichen Muskelabbau mit Verlust der Muskelmasse und Muskelkraft auf. Dieser Anteil steigt auf bis zu 50 Prozent in der Altersgruppe der über 80-Jährigen (Ispoglou 2016). 

Leucin – eine essentielle Aminosäure mit besonderer Wirkung auf den Muskelstoffwechsel


Stellenwert einer Leucin-Supplementation im Sport

 

Hintergrund

Von allen Nährstoffen besitzt die Aminosäure Leucin die am stärksten ausgeprägte anabole Wirkung auf die Skelettmuskulatur. Leucin stimuliert die Muskel-Protein-Synthese und kann damit den Muskelaufbau fördern.

Yoga bei chronischen Rückenschmerzen



Hat Yoga einen günstigen Effekt auf die Schmerzen?

Vermindert Yoga die Bewegungseinschränkungen?



Hintergrund

Unspezifische Rückenschmerzen sind häufig, können die alltäglichen Aktivitäten deutlich einschränken und werden regelmäßige in Eigenregie und/oder mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten behandelt. Aktuelle Leitlinien sprechen sich für den Einsatz von Bewegungstherapie zur Vorbeugung und Behandlung von chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen aus. Yoga wird als ein ganzheitliches Übungsprogramm verstanden, welches auf Körper, Geist und Seele wirkt. Yoga wird auch zur Behandlung von unspezifischen Schmerzen im unteren Rücken eingesetzt. Ziel dieses Beitrags ist die Bewertung der wissenschaftlichen Literatur zur Wirksamkeit von Yoga bei chronischen Rückenschmerzen.

Ist Hypnose wirksam zur Behandlung des Reizdarmsyndroms?

 

Kann eine regelmäßige Hypnose-Behandlung die Symptome beim Reizdarmsyndrom günstig beeinflussen?

In einer Metaanalyse wurde die Wirksamkeit der Hypnose bei Patienten mit Reizdarmsyndrom auf der Basis von 8 kontrollierten Studien mit zusammen 464 Patienten bewertet. In den Untersuchungen wurden im Mittel 8,5 Hypnose-Sitzungen (Median) über einen Zeitraum von im Mittel 12 Wochen durchgeführt.

Positive Wirkungen von Sauna – Welchen Einfluss hat regelmäßiges Saunen auf die Cholesterinspiegel?



Hat regelmäßiges Saunen einen günstigen Effekt auf den Fettstoffwechsel?

Immer wieder diskutiert wird die Frage, ob ein regelmäßiger Gang in die Sauna sich auch positiv auf den Fettstoffwechsel und insbesondere auf die Cholesterinspiegel im Blut auswirkt. Zu dieser Fragestellung liegen nur wenige kontrollierte Untersuchungen vor. 
Eine Studie an jungen Erwachsenen lieferte einen deutlichen Hinweis, dass eine regelmäßige Nutzung der Sauna (in der Studie: 10-mal in drei Wochen, jeweils drei Durchgänge, Temperatur 90°C) zu einer signifikanten Abnahme des Gesamt-Cholesterins und des LDL-Cholesterins beiträgt. Vorübergehend wurde auch eine Verminderung der Triglyceride und ein Anstieg beim HDL-Cholesterin beobachtet. In der Nachbeobachtungsphase zeigten sich jedoch Hinweise, dass dieser Benefit nach Ende der Sauna-Periode langsam über mehrere Wochen wieder verloren geht. Die Autoren vermuten, dass die Sauna einen vergleichbar günstigen Effekt auf das Lipidprofil ausübe wie eine moderate sportliche Betätigung (Gryka et al. 2014). 

Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt eine Studie an 20 gesunden, jungen Frauen, bei denen nach 7 Sauna-Tagen in einem Zeitraum von 2 Wochen ebenfalls eine Reduktion des Gesamt-Cholesterins, des LDL-Cholesterins und der Triglyceride dokumentiert werden konnte (Pilch et al. 2010).

Positive Wirkungen von Sauna – Schützt regelmäßiges Saunen vor den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen?


In einer großen Studie in Finnland wurde über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht, ob ein regelmäßiger Sauna-Besuch Einfluss auf die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat bzw. insgesamt die Sterblichkeit beeinflusst.

Die 2.315 Teilnehmer wurden unterteilt, je nachdem, wie häufig sie pro Woche in die Sauna gingen (1-mal, 2- bis 3-mal oder 4- bis 7-mal). Als Ergebnis zeigte sich, je häufiger die Sauna besucht wurde, desto geringer war das Risiko für einen plötzlichen Herztod, den durch KHK-bedingten Herztod oder den Tod aufgrund jeglicher Ursache (Laukkanen 2015).

Vermindert regelmäßiges Saunen das Risiko für eine Demenz-Erkrankung?


In einer weiteren Analyse konnte auch ein positiver Effekt von Sauna-Besuchen auf das Risiko an einer Demenz oder einem M. Alzheimer zu erkranken nachgewiesen werden. Die Daten deuten darauf hin, dass ein 2- bis 3-mal wöchtlicher Gang in die Sauna das Risiko für eine Demenz um 22 % vermindert im Vergleich zu einem nur einmal wöchtlichen Sauna-Besuch. Noch deutlicher war die Risikominderung bei den Personen, die 4- bis 7-mal pro Woche die klassische (finnische) Sauna besuchten (-66 %) (Laukkanen 2016). Eine ähnliche Risikominderung konnte für die Alzheimer-Erkrankung dokumentiert werden.

Sauna - Welchen Einfluss hat regelmäßiges Saunen auf den Blutdruck?

Wirkt regelmäßiges Saunen günstig bei Bluthochdruck?



Hintergrund

Die traditionelle Sauna (finnnische Sauna) verwenden entweder Holzöfen oder 220-V-Heizungen, um die Luft auf etwa 85 ° C zu erhitzen, was dann die Insassen, hauptsächlich über Konvektion, erwärmt.
Weit-Infrarot-Saunen (Infrarotwärmekabinen) erwärmen den Körper nicht über heiße Raumluft, wie z. B. bei einer finnischen Sauna, sondern über Infrarotstrahlung, die von Infrarotstrahlern erzeugt wird. Sie nutzen 120-V-Infrarot-Elemente, ähnlich den Infrarotwärmern auf Neugeborenen-Intensivstationen, um Wärme mit einer Wellenlänge von etwa 10 μm auszustrahlen.


Die Wirkung der traditionellen Sauna (finnnische Sauna) auf den Blutdruck

Bei 16 Patienten mit unbehandelter Hypertonie (8 Personen mit milder Hyertonie, 8 Personen mit hoch-normalen Blutdruckwerten) wurden die Auswirkungen von Sauna allein oder von Sauna in Verbindung mit einem Sportprogramm (30 Min. Fahrradergometer) auf den Blutdruck untersucht. In dieser Untersuchung gelang der Nachweis, dass ein Sportprogramm mit anschließender Sauna zu einer signifikanten Abnahme eines hoch-normalen oder leicht erhöhten Blutdrucks tagsüber und des systolischen Blutdrucks in der 24-Stunden-Blutdruckmessung führte, während die Sauna alleine keine signifikante Auswirkung auf den Blutdruck (24-Stunden-Messung) hatte (Gayda 2012). Die Blutdruckabnahme war 15 Minunten nach Abschluss der Sauna nachweisbar. Im Vergleich zur Kontrolgruppe lag der systolische Blutdruck zwei Stunden nach der Sauna sowohl in der nur Sauna-Gruppe als auch in der Gruppe mit der Kombination aus Sportprogramm und Sauna niedriger. Keine Unterschiede wurden beim diastolischen Blutdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet. In dieser Studie wurden nur die Wirkungen eines einaligen Saunabesuchs untersucht (Gayda 2012), die Wirkungen von regelmäßigen Sauna-Besuchen könnten von diesen Ergebnissen abweichen.

Ist Akupunktur wirksam bei Alkoholabhängigkeit?


Welche nicht-medikamentöse Behandlung vermindert das Verlangen nach Alkohol?

 

Alkoholabhängigkeit – Lassen sich Entzugssymptome durch Akupunktur reduzieren?


Hintergrund

Ungefähr 3,3 Millionen Todesfälle weltweit werden der Alkoholabhängigkeit jedes Jahr zugeschrieben. Die Prävalenz der Alkoholabhängigkeit in UK wurde im Jahr 2010 auf 5,9 % der Bevölkerung (8,7 % der Männer und 3,2 % der Frauen) geschätzt, verglichen mit ca. 4% in Europa.
Ein abhängiger Trinker, der aufhört zu trinken, erlebt ein Alkoholentzugssyndrom; Ist dies ein unangenehmer, manchmal auch lebensbedrohlicher Zustand mit Symptomen, die in ihrer Schwere variieren: Zittern, Agitation, Schwitzen, Fieber, Übelkeit und Krämpfe. Diese Symptome treten typischerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beendigung des Trinkens auf und können über Wochen andauern.

Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur

In einer aktuellen Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurden die bisher veröffentlichten Studiendaten dahingehend geprüft, ob die Akupunktur eine Alkoholabhängigkeit günstig beeinflusst. Es wurde u.a. untersucht, inwieweit die Akupunktur das Verlangen nach Alkohol und die Entzugssymptome vermindert. 

Fructose – Hat Fructose langfristig einen negativen Einfluss auf die Gesundheit?

 

Kann ein hoher Fructosekonsum Stoffwechselstörungen oder Erkrankungen verursachen?


• Erhöhte Fructose das Risiko von Übergewicht?

• Stimuliert Fructose die Bildung von Fettgewebe?

• Verursacht ein hoher Fructosekonsum eine Fettleber?

• Erhöht Fructose die Triglyceridspiegel im Blut?

• Steigt das LDL-Cholesterin unter einer fructosereichen Ernährung an?

• Begünstigt die regelmäßige Fructosezufuhr die Entstehung eines Diabetes mellitus?


Hintergrund

Ein wesentlicher Anteil der Forschung zur Wirkung von Zucker in der Ernährung konzentriert sich derzeit auf Fructose/Fruktose, insbesondere vor dem Hintergrund des auffällig parallelen Anstiegs der Adipositas-Häufigkeit und der Zunahme der Fructoseaufnahme. Der folgende Beitrag fasst den aktuellen Wissensstand zur gesundheitlichen Wirkung von Fructose basierend auf einer Literaturrecherche zusammen. Nicht Gegenstand dieses Beitrages sind Störungen der Fructoseaufnahme im Darm (Fructosemalabsorption) oder des Fructose-Stoffwechsels in der Leber, die zu klar definierten Krankheitssymptomen führen. Im Mittelpunkt dieser Übersichtsarbeit stehen mögliche langfristige Nebenwirkungen der Fructoseaufnahme im Rahmen der täglichen Ernährung.

Bitterorangen-Extrakte mit p-Synephrin zur Unterstützung der Gewichtsreduktion


Hintergrund

Zahlreiche Nahrungsergänzungs- und Schlankheitsmittel enthalten als Wirksubstanz p-Synephrin. Medienberichten zufolge soll dieser Wirkstoff die Fettverbrennung stimulieren und damit die Voraussetzungen schaffen, Körperfett leichter abzubauen.
Der folgende Beitrag basiert auf einer Literaturrecherche zur Wirkung von p-Synephrin. Dabei wurden publizierte klinische Studien zur Wirksamkeit von p-Synephrin zur Gewichtsreduktion analysiert.

Citrus aurantium

Bitterorangen-Extrakte (Citrus aurantium-Extrakte) und sein primärer Bestandteil p-Synephrin werden weitverbreitet zur Gewichtsreduktion und als Mittel zur Erhöhung der Thermogenese eingesetzt. P-Synephrin wird auch zur Leistungsbeeinflussung im Sport angewendet. Intensiv diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Zunahme der Fettverbrennung unter der Einnahme von p-Synephrin.

Wirkmechanismus von p-Synephrin

Basierend auf früheren Rezeptorbindungsuntersuchungen war angenommen worden, dass p-Synephrin in erster Linie als Agonist am Beta-3-adrenergen Rezeptor wirkt, was zu einer erhöhten Thermogenese und Lipolyse führt.

Neuere Untersuchungen zum Wirkmechanismus von p-Synephrin liefern Hinweise auf einen Angriffspunkt im zentralen Nervensystem. Demnach wirkt p-Synephrin als Agonist auf einen Rezeptor (Neuromedin U2 Rezeptor) im Hypothalamus. Über diesen Rezeptor werden wichtige physiologische Funktionen, einschließlich der Nahrungsaufnahme, Energiebilanz, Stressreaktion und Schmerzempfinden moduliert (Zheng et al. 2014).

Studien zur Wirkung von p-Synephrin

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahre 2012 wurden alle bis dahin veröffentlichten sowie unveröffentlichten klinische Untersuchungen am Menschen zusammengefasst, die Citrus aurantium (Bitterorangen)-Extrakt und p-Synephrin beinhalten (Stohs et al. 2012). Aus diesen Daten lassen sich Informationen zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit dieser weit verbreiteten Produkte ableiten. Analysiert wurden die Ergebnisse von über 20 Studien mit insgesamt rund 360 Probanden, in denen p-Synephrin alleine oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen anwendet wurde. Über 50 % der an diesen Studien beteiligten Probanden waren übergewichtig und ca. zwei Drittel dieser übergewichtigen Personen konsumierten zusätzlich zu p-Synephrin noch Koffein (132 - 528 mg / Tag). P-Synephrin wurde dabei in Dosierungen von 10 bis 53 mg pro Tag angewendet. Die Anwendungsdauer der Bitterorange / p-Synephrin enthaltenden Produkte lag bei bis zu 12 Wochen. Etwa 44 % der Probanden nahmen nur ein Bitterorange / p-Synephrinprodukt ein, während der Rest Kombinationsprodukte mit anderen Wirkstoffen anwendeten.

P-Synephrin – Welche Wirkungen hat p-Synephrin auf den Energiestoffwechsel und die Leistungsfähigkeit im Sport?



Einfluss von p-Synephrin auf die Leistungsfähigkeit im Sprint

Im Rahmen des Anti-Doping Monitoring-Programms wurde die Substanz p-Synephrin auf ihre leistungsfördernde (ergogene) Eigenschaft hin untersucht. Geprüft wurde der Einfluss von 3 mg p-Synephrin pro kg Körpergewicht auf die Lauf- und Sprungleistung von Sprintern. Im Ergebnis zeigten sich keine Hinweise auf einen leistungssteigernden Effekt durch die einmalige Einnahme von p-Synephrin (Gutiérrez-Hellín et al. 2016).


p-Synephrin zur Stimulation der Fettverbrennung im Ausdauersport

In vielen Ausdauersportarten ist es das Ziel einen möglichst hohen Anteil der Energiebereitstellung über Fett zu erreichen, um die körpereigenen Glykogenreserven zu schonen. Im Training gelingt das durch längere Belastungseinheiten mit niedriger Belastungsintensität. Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass p-Synephrin die Fettverbrennung stimulieren kann.

In einer Doppelblindstudie wurde an 18 Probanden auf dem Fahrrad-Ergometer geprüft, ob die einmalige Anwendung von 3 mg p-Synephrin pro kg Körpergewicht (210 mg p-Synephrin bei einer 70 kg schweren Person) die Fettverbrennung beeinflusst. In einer Stufenbelastung (Steigerung um 25 Watt alle 3 Min.) wurden die Proband in zwei Testdurchgängen bis zur maximalen Ermüdung belastet. Ergebnis: Unter der Einnahme von p-Synephrin erhöhte sich der Anteil der Fettverbrennung am Gesamt-Energieumsatz signifikant. Die maximale Rate der Fettverbrennung lag unter p-Synephrin signifikant höher und die Kohlenhydratverbrennung entsprechend geringer. Dieser Stoffewechseleffekt wurde bei leichter bis mäßiger Belastungsintensität erreicht. Bemerkenswert war die Tatsache, dass die Belastungsintensität, bei der die maximale Fett-Oxidation erreicht wurde (55,8 % vs. 56,7 %) sich nicht signifikant zwischen den Versuchen unterschied (Gutiérrez-Hellín et al 2016).

Ob diese Wirkung sich positiv auf die Leistungsfähigkeit in Ausdauersportarten auswirkt ist bisher unzureichend untersucht.
Bisherige Untersuchungen bezogen sich auf die kombinierte Anwendung von p-Synephrin mit Coffein. Da für Coffein ein leistungssteigernder Effekt nicht ausgeschlossen werden kann, wäre die alleinige Prüfung von p-Synephrin z.B. im Marathonlauf oder im Triathlon sinnvoll, um einen leistungsbeeinflussenden Effekt zu untersuchen.


Einfluss von p-Synephrin auf den Energiestoffwechsel und die Leistungsfähigkeit beim Krafttraining

In einer Untersuchung bei 12 Kraftsportlern konnte wärend eines Krafttrainings keine Veränderung in der Energiebereitstellung unter p-Synephrin beobachtet werden. Jedoch zeigte sich in dieser Untersuchung eine Zunahme der Fettverbrennung 30 Minuten nach Abschluss des Trainings (Ratamess et al. 2016).

Die bisher einzige Untersuchung mit einem Hinweis auf eine Leistungssteigerung unter Synephrin bezieht sich auf Kraftsportler. In einer Doppelblindstudie an 12 Probanden konnte unter der Einnahme von 100 mg p-Synephrin eine Zunahme der Wiederholungszahl, der Kraft und der Bewegungsgeschwindigkeit während des Krafttrainings (10 Wiederholungen mit 80 % der max. Kraft) beobachtet werden (Ratamess et al. 2015).


Sicherheit und Verträglichkeit von p-Synephrin

In einer Doppelblindstudie an 18 gesunden Probanden wurden die Verträglichkeit und der Einfluss von p-Synephrin auf unterschiedliche Gesundheits-Parameter geprüft. Unter der einmaligen Gabe von 49 mg p-Synephrin wurden keine signifikanten Veränderungen im EKG, beim Blutdruck, der Herzfrequenz und anderen Blutparametern beobachet (Shara et al. 2016).

E-Zigaretten zum Rauch-Stopp – Helfen elektrische Zigaretten, eine Abstinenz vom Rauchen zu erreichen?



Tabakentwöhnung – Unterstützen elektrische Zigaretten den Rauchverzicht?


Hintergrund

Elektrische Zigaretten (E-Zigaretten) sind elektronische Vorrichtungen, die eine Flüssigkeit erhitzen und in ein Aerosol überführen. Die Flüssigkeit (Liquid) enthält üblicherweise Propylenglycol (Lebensmittelzusatzstoff E 1520) und Glycerin (Lebensmittelzusatzstoff E 422), mit oder ohne Nikotin und Geschmacksstoffen.

Aus den derzeit bekannten Daten lässt sich ableiten, dass das Benutzen von elektrischen Zigaretten eine weniger schädliche Form der Nikotinsucht ist. Bei Rauchern, die von Tabakrauch auf elektrische Zigaretten wechseln, sind erheblich weniger Gesundheitsschäden zu befürchten. Das ist besonders auf die fehlenden Verbrennungsgase und das Fehlen von krebserregenden Stoffen, wie Formaldehyd, zurückzuführen.

Die nikotinfreie Flüssigkeit (Liquid) hat identische Inhaltsstoffe wie die in Clubs und Diskotheken seit Jahren unbeanstandet genutzten Inhaltsstoffe von Nebelmaschinen.

Bei der Nutzung einer nikotinhaltigen E-Zigarette anstelle von Tabakzigaretten besteht jedoch die Gefahr, dass die körperliche Abhängigkeit aufrecht erhalten bleibt. Außerdem werden die vom Rauchen gewohnten Rituale und Gewohnheiten oftmals beibehalten.

E-Zigaretten sind umstritten. Einige Experten empfehlen, den E-Zigaretten-Gebrauch einzuschränken oder zu verbieten, zum einen wegen der Gefahr einer möglichen langfristigen Zunahme des Tabakzigarettenkonsums (Verringerung der Motivation vollständig aufzuhören; als Einfallstor für Nichtraucher, mit dem Rauchen zu beginnen oder Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Rauchens), zum anderen wegen der Bedenken über mögliche langfristige Schäden, die sich aus der Inhalation von Propylenglycol ergeben. Auch die Qualität der Inhalationslösung bereitet Sorgen (Nachfüllpackungen können toxische Stoffe enthalten und bei Kindern ggf. Nikotinvergiftung verursachen). Auch mögliche Risiken einer passiven Inhalation durch Unbeteiligte („Passivrauchen“) in Innenräumen werden diskutiert.
Im Gegensatz dazu befürworten andere Experten die E-Zigaretten als das Herzstück einer Strategie zur Schadensminderung des Rauchens (weil attraktiver und billiger als viele andere Nikotinersatztherapien, Erleichterung der Raucherentwöhnung oder Abstinenz, Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums). Weiter gäbe es bisher keine Hinweise für Risiken durch eine unerwünschte Aufnahme durch Nichtraucher. E-Zigaretten weisen zudem nur einen Bruchteil der Risiken von Tabakzigaretten auf (die getesteten Flüssigkeiten und Aerosole enthalten vernachlässigbare Konzentrationen von Toxinen und krebserzeugenden Substanzen, und die Verwendung von Nikotin ohne die Tabak-Noxen stellt ein deutlich geringeres Risiko für die Mehrheit der Bevölkerung da).

Es besteht allgemeiner Konsens, dass die gegenwärtige Evidenz zur E-Zigarette unzureichend ist und dass Langzeit-Daten aus kontrollierten Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit zwingend benötigt werden.

Thrombose-Risiko auf Langstreckenflügen – Vermindern Kompressionsstrümpfe das Risiko von Beinvenenthrombosen?


Langes Sitzen im Flugzeug kann das Risiko von tiefen Venenthrombosen erhöhen. Es wird daher diskutiert, ob das Tragen von Kompressionsstrümpfen während des Fluges dieses Risiko verringern könnte. 

In einer Cochrane-Übersichtsarbeit wurden bisher publizierte Studien dahingehend analysiert, ob das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei Menschen auf Flugreisen mit einer Dauer von mindestens vier Stunden Thrombosen vorbeugen kann. Elf randomisierten Studien (n = 2.906) wurden in dieser Analyse berücksichtigt.

Ergebnisse

Alle Flüge hatte eine Dauer von mehr als fünf Stunden. 50 von 2.637 Teilnehmern entwickelten während des Fluges eine tiefe Beinvenenthrombose; drei trugen Kompressionsstrümpfe, 47 trugen keine. Das Risiko einer tiefen Beinvenenthrombose konnte den Daten zufolge durch Kompressionsstrümpfe um 90 % verringert werden (Odds Ratio (OR) 0,10). 16 von 1.804 Menschen entwickelten oberflächliche Venenthrombosen, 4 trugen Strümpfe, 12 nicht. Das Risiko einer oberflächlichen Venenthrombose konnte durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen um 55 % vermindert werden (OR 0,45). Das Tragen von Kompressionsstrümpfen führte zudem zu einer signifikant geringeren Ausprägung von Ödemen (Clarke et al. 2016).

Fazit

Es gibt qualitativ hochwertige Studiendaten, die belegen, dass Fluggäste, die Kompressionsstrümpfe bei Langstreckenflügen tragen ein deutlich geringeres Risiko von Thrombosen aufweisen. Darüber hinaus deuten die Studiendaten auf eine Verminderung von Ödemen hin.

Kann durch eine Vitamin-D-Gabe eine Schmerzreduktion erreicht werden? Wirkt Vitamin D schmerzlindernd?

Wirkung von Vitamin D auf den Schmerz

In einer Metaanalyse von 19 Studien mit zusammen 3.436 Teilnehmern wurde geprüft, ob eine Vitamin-D-Supplementation zu einer Verminderung von Schmerzen beiträgt. Im Vergleich zur Placebo-Gabe konnte in 8 Studien eine signifikante Abnahme des Schmerz-Scores unter Vitamin-D-Gabe dokumentiert werden. Die Ausprägung der Schmerzreduktion war jedoch nicht sehr ausgeprägt. Unklar bleibt, welchen Einfluss der Ausgangswert der Vitamin-D-Spiegel auf die schmerzlindernde Wirkung von Vitamin D hat. Auch die notwendige Dosis von Vitamin D zur Schmerzsenkung ist bisher nicht genau bekannt (Wu Z et al. 2016). Insgesamt kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Vitamin D bei chronischen Schmerzen zu einer Schmerzabnahme führen kann und damit als ein sinnvoller Bestandteil einer Schmerztherapie angesehen werden sollte.

Kann durch Vitamin D eine Blutdrucksenkung erreicht werden? Wirkt Vitamin D antihypertensiv?

 

Hat Vitamin D einen Einfluss auf den Blutdruck?

In einer Übersichtsarbeit wurde im Jahre 2015 die blutdrucksenkende Wirkung von Vitamin D bewertet. Nach Auswertung von 46 Studien mit zusammen 4541 Teilnehmern kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass weder der systolische noch der diastolische Blutdruck durch eine Vitamin-D-Supplementierung signifikant vermindert werden kann. Auch eine Subgruppenanalyse ergab keine Hinweise auf besondere Ausgangswerte, durch die sich ein günstiges Ansprechen auf Vitamin D vorhersagen ließe. Demnach sei Vitamin D als Antihypertensivum ungeeignet (Beveridge LA, et al. 2015). 

Wirkt Melatonin bei Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression?


 

Bei welchen Erkrankungen und Funktionsstörungen wurde Melatonin bisher untersucht?



Hintergrund

Während die Wirksamkeit von Melatonin bei Schlafstörungen, insbesondere im Zusammenhang mit einem Jetlag gut belegt ist, gibt es weitere mögliche Anwendungsgebiete von Melatonin, für die bisher überzeugende Wirksamkeitsnachweise fehlen. Im Folgenden wird die Studienlage zur Wirksamkeit von Melatonin u.a. zu Behandlung von Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression dargestellt und bewertet. Darüber hinaus wird die Wirkung von Melatonin bei Schlaf-Wach-Störungen als Folge von Schichtarbeit und bei der Behandlung einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen analysiert. Erste Daten deuten zudem darauf hin, dass Melatonin sich günstig auf bestimmte Formen des Übergewichts bzw. der Adipositas auswirken könnte.

Wirkt Melatonin bei allgemeinen Schlafstörungen?


Verkürzt Melatonin die Zeit bis zum Einschlafen?

Verbessert Melatonin die Schlafqualität?

 

Hintergrund

Melatonin ist eine natürliche Substanz mit Neurotransmitter-ähnlichen Eigenschaften, die von der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert wird. Dieser Wirkstoff ist in zahlreiche biologische Funktionen und physiologische Abläufe des Körpers eingebunden. Durch die Melatonin-Freisetzung steuert die Zirbeldrüse die innere Uhr und regelt damit die natürlichen Rhythmen von Körperfunktionen. Die Melatoninsynthese wird durch Dunkelheit aktiviert und unter Lichteinfluss gehemmt. Die Freisetzung von Melatonin folgt einem zirkadianen (circa: ungefähr; dias: ein Tag) Rhythmus als Reaktion auf Veränderungen beim Tageslicht.

Melatonin gegen Jetlag – Ist Melatonin wirksam zur Vorbeugung von Symptomen eines Jetlags?



Hilft Melatonin die Zeitverschiebung bei Fernreisen erträglich zu machen?



Hintergrund

Die Symptome des Jetlags bestehen in der Regel aus Tagesmüdigkeit, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen, können aber auch mit verminderter geistiger Leistungsfähigkeit verbunden sein.
Pro Stunde Zeitverschiebung muss man mit bis zu einem Tag rechnen, bis sich der Körper wieder angepasst hat. Das bedeutet: Bei einer Zeitverschiebung von sieben Stunden kann die vollständige Anpassung bis zu sieben Tage dauern.