Vitamin D – ein Vitamin-D-Mangel beeinflusst zahlreiche andere Erkrankungen


Ein Vitamin-D-Mangel hat einen negativen Einfluss auf eine Vielzahl von Erkrankungen:

u.a. Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen, Depression


Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Bei welchen Erkrankungen spielt ein Vitamin-D-Mangel eine bedeutsame Rolle?
  • Erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für bestimmte Erkrankungen? (Hypertonie, M. Parkinson, Multiple Sklerose, Osteoporose, Depression und Herz-Kreislauferkrankungen)?
  • Beugt Vitamin D Knochenbrüchen vor?
  • Ist eine Vitamin-D-Supplementation sinnvoll bzw. notwendig?
  • Gibt es in Deutschland einen Vitamin-D-Mangel?
  • Welche Mengen an Vitamin D sollen über die Ernährung zugeführt werden?

Die Wirkung von Rotwein, Alkohol und Polyphenolen auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen


Warum ein mäßiger Rotweinkonsum einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben kann.


Alkohol und Herz-Kreislauferkrankungen – die Dosis macht das Gift...


Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Kann ein regelmäßiger Alkoholgenuss wirklich gesund sein?
  • Welche gesundheitlichen Wirkungen hat ein mäßiger Rotweinkonsum?
  • Alkohol ist nicht gleich Alkohol – Ist Rotwein der „bessere“ Alkohol?
  • Was macht Rotwein so „gesund“? Ist es der Alkohol, die Polyphenole oder beides?
  • Bis zu welcher täglichen Trinkmenge kann Alkohol positiv wirken?

Hintergrund

Seit langem wird vermutet, dass ein gewohnheitsmäßiger leichter bis mäßiger Alkoholkonsum (bis zu 1 Getränk pro Tag für Frauen und 1 oder 2 Getränke pro Tag für Männer) mit einem verminderten Risiko für zahlreiche Herz-Kreislauferkrankungen, wie z.B. koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz und Schlaganfall verbunden ist. Auch die Gesamtsterblichkeit soll durch geringe Alkoholmengen vermindert werden. 

Unbestritten ist hingegen, dass ein hoher Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen verbunden ist. In der Tat ist der übermäßige Alkoholkonsum, hinter Rauchen und Übergewicht, die dritthäufigste Ursache für einen vorzeitigen Tod. Schwerer Alkoholkonsum ist eine der häufigsten Ursachen für einen reversiblen Bluthochdruck, ist für etwa einen Drittel aller Fälle von nicht-ischämischer Kardiomyopathie verantwortlich, ist eine häufige Ursache von Vorhofflimmern und erhöht deutlich das Risiko für einen Schlaganfall - sowohl den ischämischen als auch den hämorrhagischen Schlaganfall. Bei Männern im Alter von 15 bis 59 Jahren ist Alkoholmissbrauch der häufigste Risikofaktor für einen vorzeitigen Tod. 

Das Ziel dieses Beitrages ist es, das derzeitige Wissen zur Wirkung von moderatem Alkoholkonsum auf Herz-Kreislauferkrankungen zusammenzustellen und die Auswirkungen der verschiedenen Arten von alkoholischen Getränken, insbesondere von Rotwein auf das Risiko dieser Erkrankungen, zu bewerten. Grundlage dieser Bewertung ist eine kürzlich publizierte französische Übersichtsarbeit von Chiva-Blanch und Mitarbeitern zu diesem Thema (4).

Aminosäure L-Arginin - wirkt L-Arginin blutdrucksenkend?

Hat L-Arginin einen Einfluss auf den Blutdruck?


Folgende Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet:


  • Wirkt die Aminosäure L-Arginin blutdrucksenkend?
  • Kann L-Arginin auch leicht erhöhte Blutdruckwerte vermindern?
  • Ist eine ergänzende Einnahme von L-Arginin zusätzlich zu einer medikmentösen blutdrucksenkenden Therapie wirksam?
  • Welche Dosierungen von L-Arginin sind notwendig, um den Blutdruck zu beeinflussen?

Hintergrund


Bluthochdruck betrifft weltweit rund eine Milliarde Menschen ist aufgrund der Folgeerkrankungen eine große Gefahr für die allgemeine Gesundheit. Es wird allgemein angenommen, dass Lebensstil- und Ernährungsfaktoren eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Bluthochdruck spielen. Diese Einschätzung wurde durch Untersuchungen wie der DASH-Studie bestätigt, die den Nachweis erbrachte, dass eine Ernährung reich an Gemüse, Obst, fettarmen Milchprodukten und wenig gesättigten Fettsäuen wesentlich zu niedrigeren Blutdruckwerten beiträgt (1). Die sogenannte DASH-Diät zeichnet sich zudem durch einen hohen Proteinanteil aus. Es wurde daher die Hypothese formuliert, dass besonders ein Arginin-reiches Protein zur Blutdrucksenkung dieser Diät beigetragen hat.

Cranberry zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen

 

Vermindert eine regelmäßige Zufuhr von Cranberry-Saft Blasenentzündungen?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Patienten profitieren von einer Cranberry-Einnahme?
  • Cranberry-Saft oder -Kapseln – welche Zubereitungsform ist wirksamer?
  • Welche Dosierung von Cranberry wird zur Prävention von Harnwegsinfekten empfohlen?
  • Können Kinder mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen mit Cranberry-Saft behandelt werden?
  • Ist eine vorbeugende Behandlung mit Cranberry ähnlich gut wirksam wie eine Antibiotika-Therapie?


Hintergrund

Die Verwendung von Cranberry hat einen festen Platz in der naturheilkundlichen Behandlung von Harnwegsinfektionen. Cranberry in Form von Saft oder Pflanzenextrakten als Kapseln oder Tabletten finden Anwendung bei Patientinnen mit häufig wiederkehrenden Infektionen der Harnwege. Cranberry ist nicht geeignet zur Behandlung einer akuten Harnwegsinfektion. Bisherigen Erfahrungen zufolge kann die regelmäßige Einnahme von Cranberry die Häufigkeit von Harnwegsinfekten bei Personen, die in der Vergangenheit schon häufig von einer Blasenentzündung betroffen waren, vermindern.

Resveratrol zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Wirkstoffe aus dem Rotwein - Kann eine regelmäßige Zufuhr von Resveratrol Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie koronare Herzkrankheit, Atherosklerose oder Herzinsuffizienz vorbeugen?



Hintergrund

Zahlreiche natürliche Produkte, wie z.B. Traubenextrakte, haben möglicherweise ein breites Spektrum von Anwendungen zur Prävention und Behandlung von Krankheiten. Resveratrol, ein Polyphenol, das in hoher Konzentration in blauen Trauben und Rotwein vorkommt, besitzt potenziell eine Anti-Tumor-Wirkung, es wirkt immunmodulatorisch und weist herzschützende Eigenschaften auf. Zudem wirkt es als ein potentes Antioxidationsmittel. Weitere Untersuchungen sprechen für eine positive Wirkung bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen, Diabetes und Herzerkrankungen. Verschiedenen Studen zufolge zählt Resveratrol zu den potenziellen Arzneimittelkandidaten für ein breites Spektrum therapeutischer Anwendungen. 

Der folgende Beitrag beschränkt sich auf die Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Resveratrol.

Resveratrol bei Diabetes mellitus und Übergewicht – wirksam oder unwirksam?

 

Resveratrol zur Behandlung von Diabetes und weiteren Folgen des Übergewichts



Hintergrund

Pflanzen produzieren eine bemerkenswerte Menge von niedermolekularen Wirkstoffen mit einer Vielzahl unterschiedlicher biologischer Aktivitäten. Unter diesen Molekülen wurde Resveratrol (3,5,4-Trihydroxystilben) als ein wichtiger Modulator der Zellfunktion mit einer komplexen und vielfältigen Wirkung identifiziert. Umfangreiche Literatur zu den Wirkungen, vor allem In-vitro-Untersuchungen, legt nahe, dass Resveratrol die Zellproliferation und Zelldifferenzierung induziert sowie die Apoptose aktiviert. Resveratrol moduliert zudem Entzündungsprozesse und die Angiogenese. Ebenso bestätigen Studien das mögliche Potenzial dieser Verbindung zur Behandlung von Krebserkrankungen. 

Zahlreiche Untersuchungen in krankheitsspezifischen Tiermodellen lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass Resveratrol sich positiv auf die Entwicklung von chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Übergewicht, koronare Herzkrankheit, metabolisches Syndrom und einer Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen auswirkt. Schließlich wurde in einer Reihe von Untersuchungen festgestellt, dass die Toxizität des Moleküls gering ist. Trotz dieser vielversprechenden Beobachtungen wurden bisher nur wenige klinische Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit von Resveratrol bei der Prävention und Behandlung von chronischen Erkrankungen bewertet haben.

Lutein – Ist Lutein wirksam zur Vorbeugung von Augenerkrankungen?



Lassen sich Augenerkrankungen wie Makuladegeneration oder Katarakt durch eine regelmäßige Aufnahme von Lutein günstig beeinflussen?



Hintergrund

Lutein ist neben dem Beta-Carotin das am weitesten verbreitete Carotinoid. Durch seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verbunden mit der Fähigkeit blaues Licht zu absorbieren, bietet Lutein einen Schutz vor verschiedenen Augenerkrankungen, vor allem der Makuladegeneration und dem Katarakt. Lutein ist als "Augenvitamin" bekannt. Seine Aufnahme über die Ernährung ist wichtig zur Aufrechterhaltung wichtiger Funktionen der menschlichen Linse und Netzhaut. Möglicherweise kann die Aufnahme von Lutein auch noch im hohen Alter der Makuladegeneration vorbeugen bzw. deren Verlauf abmildern.

Schützt die Einnahme von Selen vor Herzkreislauf-Erkrankungen?

 

Ist eine vorbeugende Einnahme von Selen sinnvoll?

In einer Cochrane-Übersichtsarbeit wurden die Ergebnisse aus 12 Studien mit zusammen 19.715 Teilnehmern dahingehend analysiert, ob eine Selen-Supplementation sich positiv auf Herzkreislauf-Erkrankungen auswirkt.
Ergebnis: Es fanden sich keine Hinweise, dass Selen die Sterblichkeit oder die Komplikationsrate von kardiovaskulären Erkrankungen positiv beeinflusst. Auch das Erkrankungsrisiko wurde durch eine Selen-Einnahme nicht vermindert.

Als mögliche Nebenwirkungen einer langfristigen Selenaufnahme wird über das Auftreten von Haarausfall und einer Dermatitis berichtet. Es liegen Hinweise vor, dass sich Selen günstig auf ausgewählte Parameter des Fettstoffwechsels (Gesamt-Cholesterin) auswirkt.


Akupunktur bei Bluthochdruck – senkt Akupunktur erhöhte Blutdruckwerte?

 

Kann durch eine Akupunktur-Behandlung eine relevante Senkung des Blutdrucks erreicht werden?

 

Wirkt eine Akupunktur bei Patienten, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnehmen?


Akupunktur wird häufig als Zusatzbehandlung bei essentieller Hypertonie empfohlen. Das Ziel einer Metaanalyse war es, die Wirksamkeit einer begleitenden Akupunktur-Behandlung bei Bluthochdruck zu bewerten (1). Analysiert wurde dabei die Wirkung auf den systolischen und diastolischen Blutdruck bei Patienten mit Hypertonie. Insgesamt vier randomisierte kontrollierte Studien wurden in die Analyse eingeschlossen. Ergebnis: Im Vergleich zu einer Schein-Akupunktur (Behandlung an nicht-Akupunkturpunkten) fanden sich keine Hinweise auf eine Abnahme des systolischen Blutdrucks und eine klinisch unbedeutende Verbesserung beim diastolischen Blutdruck (mittlere Differenz = -2,8 mmHg). In einer Subgruppenanalyse konnte hingegen gezeigt werden, dass bei Patienten, die blutdrucksenkende Medikamente erhielten die zusätzliche Akupunktur sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck signifikant verminderte (1). In den Studien wurden nur wenige Akupunktur-bedingte unerwünschte Nebenwirkungen beobachtet. 

In einer weiteren Studie konnte bestätigt werden, dass eine Akupunktur-Behandlung zusätzlich zu einer antihypertensiven Standardtherapie die Responderrate (das Ansprechen) verbessert (2).


Schlussfolgerungen

Das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse bestätigt die Ergebnisse einer vorausgehenden Übersichtsarbeit, in der bei Patienten unter einer medikamentösen blutdrucksenkenden Therapie eine zusätzliche Wirkung der Akupunktur auf den systolischen (-8 mmHg) und diastolischen Blutdruck (-4 mmHg) dokumentiert werden konnte (3). Hingegen scheint die Akupunktur keine klinisch relevante Abnahme des Blutdrucks bei Patienten zu bewirken, die noch keine blutdrucksenkenden Medikamente erhalten.

Yoga zur Blutdrucksenkung – wirksam oder unwirksam?


Kann Yoga zu einer relevanten Senkung erhöhter Blutdruckwerte beitragen?

 

Hintergrund

Lebensstilveränderungen sind ein Eckpfeiler der Bluthochdruck-Behandlung, doch die meisten Empfehlungen konzentrieren sich derzeit auf diätetische Maßnahmen und Bewegung, während dem Abbau von Stress als Strategie zur Blutdrucksenkung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Yoga wird als ein spiritueller Weg angesehen, der den Blutdruck durch Stressabbau und Steigerung parasympathischer Aktivierung reduzieren kann. Trotz vielfach positiver Berichte zur Wirkung von Yoga auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Angststörungen, fehlt bisher eine umfassende Analyse zur Wirksamkeit von Yoga bei Bluthochdruck.

Studien zur Wirksamkeit

Kürzlich wurden zwei Übersichtsarbeiten zur Wirkung von Yoga auf den Blutdruck veröffentlicht (1, 2). Eine erste systematische Überprüfung aller bisher veröffentlichten Studien zur Wirkung von Yoga auf den Bluthochdruck hat neben Kohortenstudien und nicht-kontrollierten Studien auch 48 randomisiert-kontrollierte Studien mit einer Dauer von einer Woche bis zu vier Jahren mit insgesamt 6693 Probanden analysiert (1). Ergebnis: In den meisten Studien wurde berichtet, dass Yoga den Blutdruck wirksam reduziert sowohl bei Personen mit hochnormalen als auch hypertensiven Blutdruckwerten. Diese Studien legen nahe, dass Yoga ist eine wirksame Zusatztherapie zur Behandlung bei Bluthochdruck darstellt. Den Autoren zufolge verdient Yoga die Aufnahme in die klinischen Leitlinien. Einschränkend wird darauf verwiesen, dass die großen Unterschiede der Yoga-Praktiken und die variable Qualität der Durchführung es schwierig machen, eine bestimmte Yoga-Praktik zur unterstützenden Bluthochdruckbehandlung zu empfehlen.

Relevante Blutdrucksenkung durch Ernährungsumstellung – ist das möglich?



Blutdrucksenkung ohne Medikamente



Welchen Beitrag kann die Ernährung bei der Kontrolle des Blutdrucks leisten?



Vegetarische Ernährung

In einer jüngst veröffentlichten Metaanalyse wurde die Frage geprüft, ob eine vegetarische Ernährungsweise im Vergleich zu einer gemischten (omnivoren), fleischhaltigen Ernährungsweise den Blutdruck senken kann (6). Das Ergebnis war eindeutig. In der Auswertung von 7 kontrollierten Studien ergab sich eine Abnahme des systolischen Blutdrucks um 4,8 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 2,2 mmHg unter der vegetarischen Ernährungsweise im Vergleich zur omnivoren Kontrollgruppe. Werden auch die Ergebnisse von 32 Beobachtungsstudie mit zusammen 21.604 Teilnehmern berücksichtigt, dann fiel die Reduktion der Blutdruckwerte noch stärker aus (systolisch: -6,9 mmHg, diastolisch -4,7 mmHg).
Die Autoren dieser Metaanalyse schlussfolgerten dementsprechend: Eine vegetarische Ernährungsweise ist mit niedriger Blutdruckwerten verbunden. Eine solche Ernährungsweise könnte ein sinnvoller Weg zur Verringerung der Blutdruckwerte unabhängig von Medikamenten sein.

Naturheilmittel zur Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)



Hintergrund

Die akute Stirn- und Nasennebenhöhlenentzündung ist eine typische Folgeerscheinung viraler Infekte der oberen Atemwege. Die entzündliche Schwellung der Schleimhäute und die Bildung großer Mengen von zähem Sekret führen zur Einengung der Atemwege und zu dem typischen Druckkopfschmerz. Das Sekret ist ein guter Nährboden für Bakterien. Bakterielle Superinfektionen der Nebenhöhlen können die Folge sein und erfordern zumeist den Einsatz von Antibiotika. Dies kann möglicherweise durch eine frühzeitige Behandlung mit ätherischen Ölen, wie z.B. Eukalyptusöl, verhindert werden. Es liegen zudem Hinweise vor, dass eine die Antibiotika-Therapie begleitende Behandlung mit ätherischen Ölen und anderen pflanzlichen Wirkstoffen zu einer schnelleren Abnahme der Beschwerden beiträgt.


Eukalyptusöl

Eukalyptusöl findet Anwendung bei der Behandlung von entzündlichen Atemwegserkrankungen wie der Bronchitis, aber auch bei Erkältungskrankheiten. Eine weitere Anwendung bezieht sich auf die Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).

Eukalyptusöl-Zubereitungen (Cineol, Soledum®; Gelomyrtol®, Aspecton®) werden in Deutschland häufig zur Therapie der akuten Sinusitis eingesetzt. Der Wirkstoff Cineol, ein Hauptbestandteil des Eukalyptusöls, gilt als wirksamkeitsbestimmender Inhaltsstoff.

Pflanzliche Wirkstoffe zur Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz

 

Schwellung, Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen - können Naturheilmittel die Beschwerden lindern?



Venöse Insuffizienz (Varizen, Krampfadern)



Hintergrund

Die chronisch-venöse Insuffizienz wird auch als Venenschwäche oder Venenleiden bezeichnet. Erste Hinweise auf diese Störung sind Krampfadern (Varizen) oder Besenreiser. Krampfadern entstehen auf der Basis einer angeborenen Bindegewebsschwäche, die einen Tonusverlust der Venenwand nach sich zieht (primäre Varikose). Typische Symptome bei Krampfadern sind geschwollene Beine, das Gefühl von schweren Beinen und ein Spannungsgefühl.

Zu den Naturheilmitteln, die sich günstig auf die Venenerkrankung auswirken können, zählen u.a. Rosskastanie, Rutin, Centella asiatica, Mäusedorn, Extrakte aus rotem Weinlaub oder Arnikablüten. In der nachfolgenden Übersicht werden die bisher veröffentlichten Daten zur Wirksamkeit dieser Naturheilmittel zusammengefasst und bewertet.


Rosskastanie

Rosskastaniensamenextrakte werden angewendet, um die Beschwerden der chronischen Veneninsuffizienz zu vermindern.

In Deutschland sind Rosskastaniensamen-Extrakte als Arzneimittel zugelassen (z.B.: Venoplant® retard S, Venostasin® retard, Venoruton® retard Rosskastanie, Venentabs-ratiopharm® Retardtabletten).

Insgesamt konnte mit Rosskastanie in Studien eine Verbesserung der Symptome bei chronisch-venöser Insuffizienz im Vergleich zu Placebo erreicht werden (9). In sechs von sieben Studien wurde über eine signifikante Reduktion der Beinschmerzen in der Rosskastanien-Gruppe verglichen mit der Placebo-Gruppe berichtet. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine Rosskastanien-Behandlung genauso effektiv wie die Behandlung mit Kompressionsstrümpfen sein kann (9).

Zusammenfassend belegen die bisherigen Untersuchungen, dass die Einnahme von Rosskastaniensamen-Extrakt bei Menschen mit chronisch-venöser Insuffizienz die Schwellungszustände an den Unterschenkeln und Knöcheln vermindern kann. Es liegen zudem Hinweise vor, dass Rosskastanien-Extrakt auch die begleitenden Beinschmerzen und Ödeme reduziert.

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Rutosid – Rutin

Rutosid (oder Rutin) ist eine Verbindung, die natürlicherweise in Früchten (Äpfeln) und Gemüsen vorkommt, sich aber auch aus Inhaltsstoffen der Rosskastanie ableitet. Rutin ist ein Flavonoid, das Quercetin als Grundstruktur enthält. Anwendung findet Rutin zur Vorbeugung und Behandlung von Ödemen und als Venentherapeutikum.

Das Postthrombotische Syndrom (PTS) ist eine langfristige Komplikation der tiefen Venenthrombose, die durch Schmerzen, Schwellungen und Hautveränderungen in der betroffenen Extremität gekennzeichnet ist.

Zur Wirksamkeit von Rutin beim Postthrombotischen Syndrom (PTS) liegt eine Cochrane-Metaanalyse vor (8). Die Autoren kommen dabei zu dem Ergebnis, dass es keine ausreichenden Belege für eine überlegene Wirksamkeit von Rutin (Rutosid) gegenüber Placebo oder im Vergleich zur Anwendung von Kompressionsstrümpfen gibt. Insgesamt fehlt ein überzeugender Nachweis, dass „venentonisierende“ Heilmittel wie Rutin/Rutosid Symptome des PTS verringern. Die Verträglichkeit erwies sich den publizierten Untersuchungen als gut. In den Studien wurde nur über gering ausgeprägte Nebenwirkungen unter der Anwendung von Rutin berichtet (8).


Centella asiatica

Der Indische Wassernabel (Centella asiatica), auch als Asiatischer Wassernabel bezeichnet, findet in der traditionellen chinesischen Medizin und in der ayurvedischen Medizin in Indien Verwendung.

In einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit wurden insgesamt 8 klinische Studien im Hinblick auf die Wirksamkeit von Centella asiatica hin analysiert (2). Dabei fanden sich deutliche Hinweise auf eine Verbesserung typischer Symptome, wie schwere Beine, Schmerzen und Ödeme unter der Behandlung mit Centella asiatica. Die Autoren schlussfolgern entsprechend, dass Cantella asiatica bei der Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz von Nutzen sein könnte, gaben jedoch zu bedenken, dass weithin Fragen bezüglich der Wirksamkeit offenbleiben.


Mäusedorn

Mäusedornwurzelstockextrakte (Ruscus aculeatus) werden u.a. wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung auch als Venentherapeutikum angewendet.

Mehrere Studien deuten auf eine Wirksamkeit von Ruscus aculeatus bei chronisch-venöser Insuffizienz hin (5, 10). Beispielsweise konnte in einer Doppelblindstudie mit 148 Patientinnen gezeigt werden, dass nach bis zu 12-wöchiger Behandlung mit Mäusedorn-Extrakt das Beinvolumen im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant abnahm. Darüber hinaus besserten sich subjektive Parameter wie das Schweregefühl in den Beinen (10).

In mehreren Studien wurde Mäusedorn auch in Kombination mit dem Flavonoid Hesperidin untersucht (Cyclo 3 Fort). Auch hier belegen Placebo-kontrollierte Studien eine Verringerung der Schwere unterschiedlicher Symptome einer chronisch-venösen Insuffizienz (1, 6).

Insgesamt sprechen die vorliegenden Daten für einen relevanten Effekt von Mäusedorn, auch in Kombination mit Hesperidin, auf die Symptome einer chronisch-venösen Insuffizienz.


Rotes Weinlaub

Auch Extrakte aus rotem Weinlaub werden heute als Phytopharmaka bei chronisch-venöser Insuffizienz angewendet. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und Gefäßwand-abdichtenden Wirkung können sich Extrakte aus rotem Weinlaub positiv auf die Venenfunktion auswirken. Die im Herbst rot verfärbten Weinrebenblätter enthalten vier bis fünf Prozent Flavonoide, u.a. Quercitrin und Rutin.

In Deutschland sind Extrakte aus rotem Weinlaub als Arzneimittel zugelassen (Antistax®).

In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde ein Extrakt aus rotem Weinlaub in zwei Dosierungen (täglich 360 mg oder 720 mg) bei Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz gegen Placebo geprüft (3, 4). Ergebnis: Nach 12-wöchiger Behandlung konnte für beide Dosierungen eine statistisch signifikante Verringerung des Unterschenkelvolumens gegenüber Placebo festgestellt werden. Die typischen Beschwerden der chronisch-venösen Insuffizienz wurden ebenfalls signifikant verbessert. In einer weiteren Placebo-kontrollierten Untersuchung konnte unter der täglichen Einnahme von 360 mg Extrakt eine Ödemreduktion nachgewiesen werden (3).

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Arnika

Arnikablüten (Arnica flos) gehören aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung zu den bewährten Arzneipflanzen.

Bei 89 Patienten mit chronisch-venöser Insuffizienz (Varizen, Krampfadern) konnten in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie eine Abnahme der Schwellung und eine Verminderung des Gefühls von schweren Beinen nachgewiesen werden (7). Die Patienten erhielten in dieser Studie über drei Wochen zusätzlich zur Hydrotherapie entweder eine Arnika-Lösung zum Auftragen auf die Beine und Füße oder eine Placebo-Zubereitung. Neben einer subjektiven Abnahme von Spannung und Schmerzen in den Beinen, zeigten sich auch bei objektiven Messparametern (plethysmographische Untersuchung) signifikante Vorteile zugunsten der Arnika-Anwendung (7).



Literatur


1. Boyle P, Diehm C, Robertson C. Meta-analysis of clinical trials of Cyclo 3 Fort in the treatment of chronic venous insufficiency. Int Angiol. 2003 Sep;22(3):250-62.

2. Chong NJ1, Aziz Z. A Systematic Review of the Efficacy of Centella asiatica for Improvement of the Signs and Symptoms of Chronic Venous Insufficiency. Evid Based Complement Alternat Med. 2013;2013:627182.

3. Fachinformation zum Arzneimittel Antistax, Stand November 2009

4. Kalus U., Koscielny J, Grigorov A, et al. Improvement of Cutaneous Microcirculation and Oxygen Supply in Patients with Chronic Venous Insufficiency by Orally Administered Extract of Red Vine Leaves AS 195: A Randomised, Double-Blind, Placebo-Controlled, Crossover Study. Drugs in R & D 2004; 5: S. 63-71.

5. Kiesewetter, H., Scheffler, P., Jung, F. et al: Effect of Ruscus extract in chronic venous insufficiency state I, II and III. In: Vanhoutte PM (ed): Return circulation and norepinephrine. John Libbey, Eurotext, Paris, France; (1991) 163-169.

6. LeDevehat, C., Kodabandehlou, T., Vimeux, M. et al., The effects of Cyclo 3 Fort treatment on hemorheological disturbances during a provoked venous stasis in patients with chronic venous insufficiency. Clin Hemorheol 14 (1994) 53-63.

7. Mills S, Bone K. Principles and Practice of Phytotherapy, Churchill Livingstone, Harcourt Publishers, Grande-Bretagne, 2000.

8. Morling JR1, Yeoh SE, Kolbach DN. Rutosides for treatment of post-thrombotic syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2013 Apr 30;4:CD005625.

9. Pittler MH1, Ernst E. Horse chestnut seed extract for chronic venous insufficiency. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Nov 14;11:CD003230.

10. Vanscheidt, W., Jost, V., Wolna, P. et al., Efficacy and safety of a Butcher‘s broom preparation (Ruscus aculeatus L. extract) compared to placebo in patients suffering from chronic venous insufficiency. Arzneimittelforsch 52 (2002) 243-250.

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Rosskastanie zur Behandlung von Krampfadern (chronisch-venöse Insuffizienz)

 

Können Rosskastanien-Extrakte die Beschwerden bei Venenschwäche bessern?



Hintergrund

Rosskastaniensamenextrakte werden angewendet, um die Beschwerden der chronischen Veneninsuffizienz, also schwere Beine, Schmerzen, Schwellungen, Juckreiz, nächtliche Wadenkrämpfe und Spannungsgefühl zu vermindern.


Chronisch-venöse Insuffizienz

Etwa 10 % bis 15 % der erwachsenen Männer und 20 % bis 25 % der erwachsenen Frauen weisen Anzeichen oder Symptome einer chronisch-venösen Insuffizienz auf (4). Die Prävalenz steigt mit dem Alter.
Die chronisch-venöse Insuffizienz wird auch als Venenschwäche oder Venenleiden bezeichnet. Erste Hinweise auf diese Störung sind Krampfadern (Varizen) oder Besenreiser. Krampfadern entstehen auf der Basis einer angeborenen Bindegewebsschwäche, die einen Tonusverlust der Venenwandung nach sich zieht (primäre Varikose).

Typische Symptome bei Krampfadern sind Schwere und Spannungsgefühl in den Beinen, geschwollene Beine, vor allem abends sichtbare Erweiterung und Schlängelung der Hautvenen und Juckreiz. In der weiteren Folge zeigen sich Ekzeme, bräunliche Pigmentierungen am Unterschenkel, eine zunehmende Atrophie der Haut, eine Entzündung der Venen und schlecht heilende Unterschenkelgeschwüre. Zudem besteht die Gefahr einer Thrombose in den entzündeten Venen (Emboliegefahr).
Venenkranke profitieren von allgemeinen Maßnahmen wie einer Gewichtsreduktion, das Vermeiden langen Sitzens und Stehens sowie der Hochlagerung der Beine. Auch körperliche Bewegung (Ausdauersport) gilt als hilfreich. Eine wirksame Behandlung stellt die Anwendung von Kompressionstrümpfen (Stützstrümpfe) dar. Als Risikofaktoren für eine chronische Veneninsuffizienz gelten insbesondere familiäre Veranlagung, Übergewicht und eine überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit.

Rosskastanie

Die gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein auch in Deutschland weitverbreiteter Baum. Aus den verarbeiteten Samen (Kastanien) wird ein Rosskastaniensamen-Extrakt gewonnen.
In Deutschland sind Rosskastaniensamen-Extrakte als Arzneimittel zugelassen (z.B.: Venoplant® retard S, Venostasin® retard, Venoruton® retard Rosskastanie, Venentabs-ratiopharm® Retardtabletten).

Schlafstörungen - Naturheilmittel mit Wirkung bei Schlafproblemen

 

Wie wirksam sind Baldrian, Melisse, Lavendel und Passionsblume bei Einschlafstörungen?



Hintergrund

Schlafstörungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Häufig sind sie die Folge von ungelösten Problemen, erhöhtem Stress oder einer allgemeinen Ängstlichkeit. Schlafprobleme treten aber auch im Rahmen des prämenstruellen Syndroms oder in den Wechseljahren auf. Auch eine hohe körperliche Anstrengung oder ein Zuwenig an Bewegung können zu Einschlafstörungen führen.

Zu den Naturheilmitteln, die sich günstig auf Schlafprobleme auswirken können, zählen u.a. Baldrian, Melisse, Lavendel, Passionsblume oder roter Ginseng. Auch die Aminosäure Tryptophan kann die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen. In der nachfolgenden Übersicht werden die bisher veröffentlichten Daten zur Wirksamkeit dieser Naturheilmittel zusammengefasst und bewertet.


Baldrian

Für Baldrian ist bekannt, dass es schlaffördernd wirkt. Baldrianwurzel-Extrakte erhöhen zwar die Schlafbereitschaft, zählen aber nicht zu den Schlafmitteln. Nicht alle Menschen sprechen gleich gut auf eine Baldrian-Einnahme an. Wichtig für eine positive Wirkung ist, dass Baldrian in ausreichender Dosierung eingenommen wird. Nach Experten-Meinung kann erst ab einer Dosierung von 600 bis 1000 mg Baldrian-Extrakt pro Tag von einer ausreichenden Wirkung ausgegangen werden.


Studien zur Wirksamkeit von Baldrian

In einer ersten Metaanalyse zur Wirksamkeit von Baldrian bei der Verbesserung der Schlafqualität wurden bereits im Jahre 2006 insgesamt 16 Studien mit zusammen 1093 Patienten berücksichtigt (1). Insgesamt zeigten sich in 6 Studien unter Baldrian signifikante Verbesserungen der Schlafqualität, wobei diese Ergebnisse methodisch angezweifelt wurden. Nach Einschätzung der Autoren deuten die verfügbaren Daten trotzdem darauf hin, dass Baldrian die Schlafqualität, ohne wesentliche Nebenwirkungen, verbessern könne.

In einer weiteren Metaanalyse aus dem Jahr 2010 zur Wirksamkeit von Baldrian bei Schlafstörungen wurden von einer spanischen Arbeitsgruppe insgesamt 18 randomisierte, kontrollierte Studien analysiert (4). Die Ergebnisse zeigten für Baldrian eine geringfügige, aber signifikante Verkürzung der Zeit bis zum Einschlafen im Vergleich zur Placebo-Behandlung. Zudem wurde die Schlafqualität von den Betroffenen als wesentlich gebessert im Vergleich zu Placebo bewertet.


Baldrian beeinflusst die Wirkung von Koffein

Bei vielen Menschen führt ein zu später Kaffeegenuss im Tagesverlauf zu Einschlafstörungen am Abend. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme eines Hopfen-Baldriangemisches möglicherweise den negativen Effekt des Koffeins auf die Schlafbereitschaft kompensieren könnte. Bei Testpersonen, die direkt nach der Koffein-Zufuhr das Hopfen-Baldriangemisch einnahmen, zeigten sich im EEG Veränderungen, die für Entspannung stehen. Damit seien nach Ansicht der Autoren die Voraussetzungen für eine ungestörte Nachtruhe geschaffen (14).

Die bisher veröffentlichten Daten zusammenfassend, kann davon ausgegangen werden, dass Baldrian in ausreichender Dosierung geeignet ist, die Schlafqualität zu verbessern. Zudem deuten die bisherigen Studienergebnisse darauf hin, dass Baldrian die Schlafbereitschaft erhöht und dadurch die Zeit bis zum Einschlafen verkürze. Insgesamt ist die Wirkung von Baldrian im Vergleich zu Standard-Schlafmitteln eher gering ausgeprägt. Aufgrund der Ansprechrate von nur 30 bis 50 Prozent lässt sich die individuelle Wirkung nicht vorhersagen.
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Melisse

Auch Melissa officinalis (Zitronenmelisse) wird als mildes Beruhigungsmittel bei Einschlafstörungen eingesetzt. Wie andere pflanzliche Schlafmittel erleichtert Melisse das Abschalten und unterstützt das Einschlafen. Oftmals wird die Melisse bei Einschlafstörungen mit Hopfen und Baldrian kombiniert.

Verschiedene pflanzliche Kombinationspräparate mit dem Wirkstoff Zitronenmelissen-Extrakt sind als Arzneimittel zur Behandlung von Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen zugelassen (u.a. Sedacur® forte, Euvegal®, Pascosedon®, Sandrin®, SE Baldrian/Melisse forte).

In einer Pilotstudie erwies sich eine 15-tägige Behandlung mit Melissen-Extrakt (600 mg tgl.) bei gestressten Personen, die unter leichten bis mäßig starken Angst- und Schlafstörungen litten als wirksam. Bei einem Großteil der Betroffenen (85 %) besserten sich die Schlafprobleme deutlich (2).


Lavendel

Auch Lavendel wird eine leicht beruhigende Wirkung zugeschrieben. Als Aromatherapie wird Lavendelöl u.a. zur Minderung von innerer Unruhe empfohlen. Sowohl die Anwendung als Aromatherapie wie auch die Aufnahme in Kapselform kann hilfreich sein.

Chien und Mitarbeiter untersuchten die Wirkungen einer 12-wöchigen Lavendelöl-Aromatherapie bei Frauen mit Schlafstörungen im Alter von 45 bis 55 Jahren. Auch hier zeigte sich ein positiver Einfluss von Lavendelöl auf die Aktivität des parasympathischen Nervensystems. Als Ergebnis der Behandlung konnte eine Verbesserung der Schlafqualität dokumentiert werden (3). Diese Ergebnisse konnten in weiteren kontrollierten Untersuchungen bestätigt werden (11).


Passionsblume

Extrakte aus Passionsblumen oder Passiflora incarnata werden zur Behandlung von Angststörungen und den damit verbundenen Schlafstörungen angewandt.

Als pflanzliches Arzneimittel ist der Wirkstoff Passionsblumen-Trockenextrakt in Deutschland zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen zugelassen.
In der Praxis wird Passiflora incarnata auch bei leichten Einschlafproblemen eingesetzt.

Passionsblumen-Extrakte werden als Monopräparate oder in Kombination mit Baldrian oder Johanniskraut rezeptfrei in Apotheken angeboten (z.B.: Pascoflair®, Kytta-Sedativum®, Hoggar® Balance, Neurapas®, Hyperflorin®, Lioran®).

Studien zur Wirksamkeit von Passionsblumen-Extrakt
In einer Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie wurde an 41 Erwachsenen mit gering ausgeprägten Schlafstörungen geprüft, ob durch die tägliche Einnahme von Passiflora über einen Zeitraum von einer Woche die Schlafqualität positiv beeinflusst wird (13). In dieser Untersuchung wurde eine Tee-Zubereitung aus Passionsblumen-Extrakt eingesetzt. Ergebnis: Bei der Auswertung der Schlafprotokolle zeigte sich ein signifikanter Vorteil für die Passionsblumen-Gruppe. Unter der Behandlung mit Passiflora besserte sich insbesondere die subjektive Schlafqualität bei den ansonsten gesunden Erwachsenen (13).


Ginseng

Der Einfluss von Ginseng auf die Schlafqualität wurde bei 15 gesunden Personen über einen Zeitraum von 7 Tagen untersucht. Unter einer täglichen Dosis von dreimal 1,5 g rotem Ginseng konnte durch einen Vorher-Nachher-Vergleich im Schlaflabor eine verbesserte Schlafqualität dokumentiert werden (5).

Prämenstruelles Syndrom und Schlafstörungen
Schlafstörungen, die im Rahmen eines prämenstruellen Syndroms auftreten scheinen besonders gut auf die Behandlung mit Mönchspfeffer (Vitex-agnus-castus) anzusprechen. In Studien gelang der Nachweis, dass Vitex agnus-castus innerhalb von drei Monaten die Mehrzahl der typischen PMS-Beschwerden, einschließlich Schlafstörungen, im Vergleich zu Placebo signifikant vermindert (8, 12).


Wechseljahre und Schlafstörungen

Mehrere Studien zur Anwendung von Rhapontikrhabarberwurzel-Extrakten bei Wechseljahresbeschwerden belegen, dass sich neben den vasomotorischen Beschwerden auch die psychischen Wechseljahresbeschwerden, wie depressive Verstimmungen, Ängstlichkeit und Schlafstörungen durch die Gabe von Rhapontikrhabarberwurzel positiv beeinflussen lassen (10).


Tryptophan

L-Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die in ausreichenden Mengen mit der normalen Ernährung aufgenommen wird. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass L-Tryptophan in Dosen von 1 g oder mehr zu einer Zunahme der subjektiv bewerteten Schläfrigkeit führt und darüber hinaus eine Abnahme der Schlaf-Latenz (Zeit bis zum Einschlafen) bewirkt (6, 7, 9). Wahrscheinlich hat L-Tryptophan keinen Effekt auf die Häufigkeit des Wachwerdens und auf die Gesamt-Schlafenszeit. Die Wirksamkeit von L-Tryptophan wird deutlich verbessert, wenn es auf nüchternen Magen und nicht nach dem Essen eingenommen wird.


Chinesische Medizin – Chinesische Kräuter

In der Chinesischen Medizin werden traditionell einzelne Kräuter oder Kräutermischungen zur Behandlung von Schlafstörungen angewendet. Zu den am häufigsten eingesetzten Kräutermischungen zählt Gui Pi Tang.

Der am häufigsten angewendete Pflanzenextrakt entstammt der Pflanze Suan Zao Ren (Ziziphus jujuba). Die bisher durchgeführten klinischen Studien lassen aufgrund unzureichender methodischer Qualität keine Aussagen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit chinesischer Kräuter bei Schlafstörungen zu (15).

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Literatur


1. Bent S, Padula A, Moore D, Patterson M, Mehling W. Valerian for sleep: a systematic review and meta-analysis. Am J Med. 2006 Dec;119(12):1005-12.

2. Cases J, Ibarra A, Feuillère N, Roller M, Sukkar SG. Pilot trial of Melissa officinalis L. leaf extract in the treatment of volunteers suffering from mild-to-moderate anxiety disorders and sleep disturbances. Med J Nutrition Metab. 2011 Dec;4(3):211-218.

3. Chien LW, Cheng SL, Liu CF: The effect of lavender aromatherapy on autonomic nervous system in midlife women with insomnia. Evid Based Complement Alternat Med 2012, Article ID 740813:8.

4. Fernández-San-Martín MI, Masa-Font R, Palacios-Soler L, Sancho-Gómez P et al. Effectiveness of Valerian on insomnia: a meta-analysis of randomized placebo-controlled trials. Sleep Med. 2010 Jun;11(6):505-11.

5. Han Hj, Kim HJ, Choi JJ, Ahn SY, Lee SH, Oh KW, Kim SY. Effects of red ginseng extract on sleeping behaviors in human volunteers. J Ethnopharmacol. 2013 Sep 16;149(2):597-9.

6. Hartmann E, Lindsley JG, Spinweber C. Chronic insomnia: effects of tryptophan, flurazepam, secobarbital, and placebo. Psychopharmacology (Berl). 1983;80(2):138-42.

7. Hartmann E. Effects of L-tryptophan on sleepiness and on sleep. J Psychiatr Res. 1982-1983;17(2):107-13.

8. He Z, Chen R, Zhou Y, Geng L, Zhang Z, Chen S, Yao Y, Lu J, Lin S. Treatment for premenstrual syndrome with Vitex agnus castus: A prospective, randomized, multi-center placebo controlled study in China. Maturitas. 2009 May 20;63(1):99-103.

9. Hudson C, Hudson SP, Hecht T, MacKenzie J. Protein source tryptophan versus pharmaceutical grade tryptophan as an efficacious treatment for chronic insomnia. Nutr Neurosci. 2005 Apr;8(2):121-7.

10. Kaszkin-Bettag M, Ventskovskiy BM, Kravchenko A, Rettenberger R, Richardson A, Heger PW, Heger M. The special extract ERr 731 of the roots of Rheum rhaponticum decreases anxiety and improves health state and general well-being in perimenopausal women. Menopause. 2007 Mar-Apr;14(2):270-83.

11. Koulivand PH, Khaleghi Ghadiri M, Gorji A. Lavender and the nervous system. Evid Based Complement Alternat Med. 2013;2013:681304.

12. Ma L, Lin S, Chen R, Zhang Y, Chen F, Wang X. Evaluating therapeutic effect in symptoms of moderate-to-severe premenstrual syndrome with Vitex agnus castus (BNO 1095) in Chinese women. Aust N Z J Obstet Gynaecol. 2010 Apr;50(2):189-93.

13. Ngan A, Conduit R. A double-blind, placebo-controlled investigation of the effects of Passiflora incarnata (passionflower) herbal tea on subjective sleep quality.

Phytother Res. 2011 Aug;25(8):1153-9.

14. Schellenberg R, Sauer S, Abourashed EA, Koetter U, Brattström A. The fixed combination of valerian and hops (Ze91019) acts via a central adenosine mechanism. Planta Med. 2004 Jul;70(7):594-7.

15. Yeung WF1, Chung KF, Poon MM, Ho FY, Zhang SP, Zhang ZJ, Ziea ET, Wong VT. Chinese herbal medicine for insomnia: a systematic review of randomized controlled trials. Sleep Med Rev. 2012 Dec;16(6):497-507.

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