Hat Gelée Royale gesundheitsfördernde Eigenschaften?

 

Welche Wirkungen von Gelée Royale sind beim Menschen belegt?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Erkrankungen könnten von einer Gelée-Royale-Behandlung profitieren?
  • Wirkt Gelée Royale bei Wechseljahrsbeschwerden?
  • Profitieren Patienten mit erhöhtem Cholesterin von einer Gelée-Royale-Behandlung?
  • Verbessert Gelée Royale die Leistungsfähigkeit unter Alltagsbedingungen?
  • Stärkt Gelée Royale das Immunsystem?
  • Kann Gelée Royale sinnvoll zur Vorbeugung von Osteoporose oder Tumorerkrankungen angewendet werden?
  • Welche Nebenwirkungen sind unter der Anwendung von Gelée Royale möglich?


Hintergrund

Gelée Royale wird auch als Bienenköniginnen-Futtersaft bezeichnet. Gelée Royale wird von den Arbeiterinnen im Bienenstock zur Ernährung der Bienenkönigin erzeugt.

Es handelt sich um ein Sekret der Kopfdrüsen der Honigbiene. Dass sich allein durch die Ernährung mit Gelée Royale aus gleichen Bienenlarven die deutlich größere Königin entwickelt, hat dazu geführt, dass dem Gelée Royale besondere Wirkeigenschaften zugeschrieben werden.


Inhaltsstoffe / Zusammensetzung

Die Zusammensetzung von Gelée Royale wurde im Detail analysiert und erklärt zum Teil die positiven Auswirkungen auf das Wachstum der Bienenkönigin.

Gelée Royale enthält neben Kohlenhydraten und Eiweiß insbesondere B-Vitamine und Spurenelemente. Die wichtigsten Vitalstoffe sind Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure, Sterine, Biopterin und Neopterin.


Anwendung

Gelée Royale werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.
Gelée Royale wird in Kosmetika verwendet und als Nahrungsergänzungsmittel oder als Zusatz in Lebensmitteln angeboten.
Beim gesunden Menschen soll Gelée Royale die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern.

Den Werbebotschaften zufolge handelt es sich beim Gelée Royale um ein wahres Wundermittel: Gelée Royale soll einen verjüngenden Effekt haben, das Immunsystem stärken, stimmungsaufhellend wirken, die Widerstandskraft gegen Infektionen steigern, den Blutdruck normalisieren, das Fortschreiten der Arteriosklerose verzögern und sich günstig auf Wechseljahresbeschwerden (2) und Stress auswirken.


Qualität von Gelee-Royale-Zubereitungen

Bisher gibt es keinen einheitlichen Qualitätsstandard für die Gewinnung von Gelée Royale. Die Qualität und Zusammensetzung kann demnach je nach Region und Herstellungsverfahren stark variieren.

Eine französische Untersuchung bestätigt z.B. die Annahme, dass sich die Zusammensetzung von Gelée Royale verändert, sobald eine künstliche Bienenfütterung mit Zucker oder Proteinen stattfindet (16). Diese Art der Fütterung ist bei vielen kommerziell hergestellten Gelee-Royale-Zubereitungen jedoch die Regel.


Wirkung von Gelée Royale

Die bisher in Studien nachgewiesenen Effekte von Gelée Royale beziehen sich zum größten Teil auf tierexperimentelle Untersuchungen. Dabei wurden folgende Eigenschaften des Wirkstoffkomplexes beobachtet (15):
  • Gelée Royale hat einen günstigen Effekt auf den Cholesteringehalt und die Gesamtlipide im Serum (14).
  • Im Tierversuch konnte durch die Einnahme von Gelée Royale die Lebenserwartung der Versuchstiere erhöht werden (5).
  • Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Gelée Royale die Heilung von Hautverletzungen beschleunigt. Zudem scheint es die Kollagen-Produktion zu stimulieren, was sich positiv auf das Bindegewebe auswirken könnte.
  • Peptide aus dem Gelée Royale zeigten in vitro eine antibakterielle Wirkung gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien (8).
  • In tierexperimentellen Untersuchungen wurde darüber hinaus ein günstiger Effekt auf den Knochenstoffwechsel bei Osteoporose beschrieben (4).
  • Zudem liegen Hinweise vor, dass eine Fettsäure aus dem Wirkstoffkomplex das Wachstum von Tumoren hemmt (6).
  • Einzelne Untersuchungen weisen auf mögliche entzündungshemmende (9) und antioxidative (12) Eigenschaften von Gelée Royale hin.
  • Weiterhin konnten in vitro östrogenartige Wirkungen dokumentiert werden (10).
  • Beim Morbus Basedow, einer Autoimmunkrankheit der Schilddrüse, wurde eine immunmodulierende Wirkung von Gelée Royale beschrieben (1).

Aufgrund der Veränderung der Wirkstoffe, insbesondere der Zerstörung der Peptide im Verdauungsprozess, ist es unwahrscheinlich, dass die antibiotischen, entzündungshemmenden, oder immunmodulierenden Eigenschaften beim Menschen nach oraler Aufnahme von Gelée Royale zur Wirkung kommen. 

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Studien zur Wirksamkeit

Es liegen nur wenige kontrollierte Untersuchungen zur Wirksamkeit von Gelée Royale beim Menschen vor.

In einer kleineren Untersuchung an 15 Freiwilligen wurde geprüft, ob die Gabe von täglich 6 g Gelée Royale über einen Zeitraum von 4 Wochen einen günstigen Effekt auf Parameter des Fettstoffwechsels zeigt (3). Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte unter Gelée Royale-Einnahme eine signifikante Abnahme des Gesamt-Cholesterins und des LDL-Cholesterins dokumentiert werden. Die HDL- und Triglycerid-Konzentrationen blieben hingegen unverändert (3).

Die Ergebnisse einer ersten Untersuchung zur Wirkung von Gelée Royale auf den Glukosestoffwechsel lassen es möglich erscheinen, dass Patienten mit einem Diabetes oder Prä-Diabetes von der Gelee-Royale-Anwendung profitieren könnten (11). In einer Studie einer deutschen Arbeitsgruppe wurde die Wirkung einer Einmal-Gabe von 20 g Gelée Royale auf den Glukosestoffwechsel von 20 gesunden Erwachsenen untersucht. Als Ergebnis konnte ein signifikant verringerter Anstieg der Blutglukose nach einem Glukosetoleranztest (OGTT) dokumentiert werden (11).

In einer Studie einer serbischen Arbeitsgruppe wurde die Wirkung einer 2-monatigen Gelee-Royale-Gabe auf die körperliche Entwicklung von 12-jährigen Fußballspielern (n=25) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe geprüft. Als Ergebnis zeigte sich, dass es bei den jungen Fußballerspielern, die Gelée Royale verwendet hatten, zu einer tendenziell stärkeren Zunahme von Körpergröße und Muskelmasse kam als in der Vergleichsgruppe. Diese Unterschiede erreichten aber keine statistische Signifikanz (7). Dosierung und Anwendungsdauer


Dosierung

In einer Untersuchung mit positivem Ergebnis wurde eine Dosierung von täglich 6 g Gelée Royale über einen Zeitraum von 4 Wochen angewendet.


Verträglichkeit

In seltenen Fällen sind nach Einnahme von Arzneimitteln, die Bienenköniginnenfuttersaft enthielten, Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten. Diese zeigten sich als allergische Reaktionen an der Haut wie Rötung, Ausschlag und Juckreiz oder als Reaktionen an anderen Organen. In diesen Fällen traten Gesichtsschwellungen, Asthmaanfälle oder eine Verschlimmerung eines bestehenden Asthmas, Erbrechen, Durchfall und Blutdruckabfall auf (13). In Einzelfällen trat bei Patienten mit bestehender Überempfindlichkeit auf Bienenköniginnenfuttersaft ein anaphylaktischer Schock ein, der in einem Teil dieser Fälle tödlich verlief.


Fazit

Bisher liegen keine überzeugenden Studiendaten zur Wirksamkeit von Gelée Royale vor. Auch sind bislang keine kontrollierten Studien publiziert, die eine Wirksamkeit bei Wechseljahresbeschwerden, Osteoporose oder entzündlichen Erkrankungen belegen. Für eine Wirksamkeit bei der Vorbeugung von Tumorerkrankungen oder Infektionen gibt es keine Nachweise. Eine allgemeine Leistungssteigerung oder eine verbesserte Belastbarkeit unter Alltagsbedingungen konnte bisher nicht dokumentiert werden.

Erste Untersuchungen am Menschen liefern Hinweise, dass Gelee Royal einen günstigen Effekt auf Störungen des Glukose- und Fettstoffwechsels haben könnte.

Bevor Anwendungsempfehlungen für Diabetiker oder Patienten mit einer Hypercholesterinämie ausgesprochen werden können, sind größere kontrollierte Studien zum Nachweis der Wirksamkeit notwendig.



Literatur

1. Erem C, Deger O, Ovali E, Barlak Y. The effects of royal jelly on autoimmunity in Graves' disease. Endocrine. 2006 Oct;30(2):175-83.

2. Georgiev DB, Metka M, Huber JC, Goudev AR, Manassiev N. Effects of an herbal medication containing bee products on menopausal symptoms and cardiovascular risk markers: results of a pilot open-uncontrolled trial. MedGenMed. 2004 Dec 16;6(4):46.

3. Guo H, Saiga A, Sato M, Miyazawa I, Shibata M, Takahata Y, Morimatsu F. Royal jelly supplementation improves lipoprotein metabolism in humans. J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 2007 Aug;53(4):345-8.

4. Hidaka S, Okamoto Y et al. Royal jelly prevents osteoporosis in rats: beneficial effects in ovariectomy model and in bone tissue culture model. Evid Based Complement Alternat Med. 2006 Sep;3(3):339-48.

5. Inoue S, Koya-Miyata S, Ushio S, Iwaki K, Ikeda M, Kurimoto M. Royal Jelly prolongs the life span of C3H/HeJ mice: correlation with reduced DNA damage. Exp Gerontol. 2003 Sep;38(9):965-9.

6. Izuta, Hiroshi; Yuichi Chikaraishi, Masamitsu Shimazawa, Satoshi Mishima and Hideaki Hara (October 22, 2007). "10-Hydroxy-2-decenoic Acid, a Major Fatty Acid from Royal Jelly, Inhibits VEGF-induced Angiogenesis in Human Umbilical Vein Endothelial Cells". Oxford Journals. Retrieved 2009-10-02.

7. Joksimović, A. et al.: Royal jelly as a supplement for young football players Sport Science, 2 (2009) 1: 62-67.

8. Khaled M. Attalla, Ayman A. Owayss and Karem M. Mohanny. Antibacterial activities of bee venom, propolis, and royal jelly produced by three honey bee, Apis mellifera L., hybrids reared in the same environmental conditions. Annals of Agric Sci., Moshtohor, Vol. 45, No. 2: 895-902 pp., 2007.

9. Kohno K, Okamoto I, Sano O, Arai N, Iwaki K, Ikeda M, Kurimoto M. Royal jelly inhibits the production of proinflammatory cytokines by activated macrophages. Biosci Biotechnol Biochem. 2004 Jan;68(1):138-45.

10. Mishima S, Suzuki KM, Isohama Y, Kuratsu N, Araki Y, Inoue M, Miyata T. Royal jelly has estrogenic effects in vitro and in vivo. J Ethnopharmacol. 2005 Oct 3;101(1-3):215-20.

11. Münstedt K, Bargello M, Hauenschild A. Royal jelly reduces the serum glucose levels in healthy subjects. J Med Food. 2009 Oct;12(5):1170-2.

12. Nagai T, Inoue R, Suzuki N, Nagashima T. Antioxidant properties of enzymatic hydrolysates from royal jelly. J Med Food. 2006 Fall;9(3):363-7.

13. Thien, FCK, Leung, R. Asthma and anaphylaxis induced by royal jelly. Clinical & Experimental Allergy Volume 26, Issue 2, pages 216–222, February 1996.

14. Vittek J. Effect of Royal Jelly on serum lipids in experimental animals and humans with atherosclerosis. Experientia; 29 September 1995, Volume 51, Issue 9-10, pp 927-935

15. Viuda-Martos M, Ruiz-Navajas Y, Fernández-López J, Pérez-Alvarez JA. Functional properties of honey, propolis, and royal jelly. J Food Sci. 2008 Nov;73(9):R117-24.

16. Wytrychowski, M, Chenavas,, S. Physicochemical characterisation of French royal jelly: Comparison with commercial royal jellies and royal jellies produced through artificial bee-feeding. Journal of Food Composition and Analysis, Available online 8 January 2013


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