Pflanzliche Mittel zur Minderung von Angst, innerer Unruhe und Anspannung

 

Naturheilmittel zur Behandlung von Angststörungen



Hintergrund
Nach medizinischer Definition ist Angst ein Gefühl anhaltender Sorge, die eine Person daran hindert zu entspannen. Dies kann von vorübergehenden Angstgefühlen einer Person vor einer Operation bis hin zum allgegenwärtigen Gefühl von Nervosität reichen, die alle eine Angststörung charakterisieren (z. B. generalisierte Angststörung, Zwangsstörung, Panikstörung und sozialer Phobie). Die Auswirkungen von Angst sind nicht nur auf den anhaltenden Stress, der mit einem erhöhten Risiko von kardiovaskulären und zerebrovaskulären Erkrankungen verbunden ist, beschränkt. Angst kann auch allgemein körperlich schwächend wirken und zu Kopfschmerzen, unkontrollierten Zittern, Schwitzen, Muskelverspannungen und Schmerzen führen.

In der Selbstmedikation von Angststörungen wird eine Vielzahl von Naturheilmitteln, Vitaminen, Aminosäuren und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Dazu zählen Johanniskraut, S-Adenosyl-Methionin (SAM-e), B-Vitamine, Magnesium, Inositol, Cholin, Kava Kava, Omega-3-Fettsäuren, Baldrian, Lavendel, Melatonin, Passionsblume, Helmkraut, Hopfen, Melisse, Traubensilberkerze, Ginkgo biloba, Kamille, Extrakte aus Phellodendron amurense und Magnolie officinalis, Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Theanin, Lysin + Arginin, Tryptophan und 5-Hydroxytryptophan (5-HTP). Allerdings ist die Mehrzahl dieser Substanzen bisher nicht in kontrollierten Studien auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit hin untersucht worden.

Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von Passionsblume, Lavendel, Zitronenmelisse, Kava Kava, Kamille, Magnesium, Lysin/Arginin, Ginkgo biloba, Baldrian, Johanniskraut und Phellodendron amurense/Magnolie officinalis zur Behandlung von Ängstlichkeit, innerer Unruhe und Anspannung dargestellt und bewertet.


Passionsblume - Passiflora

Empfohlen werden die Extrakte aus Passionsblumen (Passiflora incarnata) allgemein gegen Anspannung, Stress und Angst. Passiflora soll positiv auf die nervliche Anspannung infolge von Leistungsdruck wirken. Als pflanzliches Arzneimittel ist der Wirkstoff Passionsblumen-Trockenextrakt in Deutschland zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen zugelassen.

Auf Basis der bisher veröffentlichten Studiendaten können Extrakte der Passionsblume in ausreichend hoher Dosierung als wirksam zur Verminderung von Angst und nervösen Unruhezuständen angesehen werden. In der Mehrzahl der Studien konnte die beruhigende, angstlösende und einschlaffördernde Wirkung von Passionsblumen-Extrakt bestätigt werden (1, 17, 22, 24). Diese allgemeine Einschätzung wird bestätigt durch Untersuchungen, in denen Passionsblumen-Extrakt als Prämedikation die Angst vor Operationen reduzierte (19). Darüber hinaus liegen Hinweise vor, dass eine Teezubereitung aus Passionsblumen-Extrakt bei Unruhe-bedingten Schlafproblemen helfen könnte. Bei einer manifesten Angsterkrankung ist die Wirksamkeit hingegen nicht hinreichend belegt.

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Lavendel

Lavendel wird eine leicht beruhigende Wirkung zugeschrieben. Als Aromatherapie wird Lavendelöl u.a. zur Minderung innerer Unruhe, bei nervöser Erschöpfung und bei depressiver Verstimmung empfohlen.

Neuere Untersuchungen sprechen dafür, dass Lavendelöl eine Ängstlichkeit, wie sie typischerweise bei Patienten im Wartezimmer von Zahnärzten zu beobachten ist oder die Prüfungsangst vor einem Examen vermindern kann (16, 18).

Zwei Übersichtsarbeiten (11,12) bestätigen die Wirksamkeit von Lavendelöl in einer täglichen Dosierung von 80 bis 160 mg bei Patienten mit unterschiedlichen Formen einer Angsterkrankung. Eine erste angstlösende Wirkung konnte nach 2 Wochen Therapie nachgewiesen werden, eine signifikante Verminderung der Symptome im Vergleich zu Placebo gemessen mit der Hamilton-Angstskala wurde nach 6 bzw. 10 Wochen beobachtet. Der direkte Vergleich von Lavendelöl mit einem Benzodiazepin (Lorazepam) in niedriger Dosierung führte in einer Studie zu einer vergleichbaren Besserung der Beschwerden (27).

Die bisher veröffentlichten Studienergebnisse lassen die Interpretation zu, dass Lavendelöl neben seiner beruhigenden Wirkung auch eine ängstliche Verstimmung und Unruhezustände günstig beeinflussen kann. Sowohl die Anwendung als Aromatherapie wie auch die Aufnahme in Kapselform haben sich als wirksam erwiesen, um begleitende Symptome einer Angsterkrankung wie z.B. Schlafstörungen zu bessern.


Zitronenmelisse

Als eines der gut untersuchten Anwendungsgebiete von Zitronenmelisse werden in der Wirkstoff-Monografie nervös bedingte Einschlafstörungen genannt. Wie andere pflanzliche Beruhigungsmittel erleichtert Melisse das Abschalten und unterstützt das Einschlafen. In der Phytotherapie wird die Melisse bei Einschlafstörungen meist mit Hopfen und Baldrian kombiniert.

Kontrollierte Untersuchungen liefen Hinweise, dass Zitronenmelisse in der Dosierung von 300 oder 600 mg die unerwünschten Rektionen einer Stresssituation günstig beeinflusst (14). Insbesondere der negative Effekt von Stress auf die Stimmungslage kann durch Zitronenmelisse vermindert werden. Die Probanden bezeichneten sich insgesamt als ruhiger und weniger stark in Alarmzustand versetzt als unter der Placebo-Medikation (14, 15).

Zusammenfassend hat sich Zitronenmelisse in Studien als wirksame Therapieoption zur Minderung stressbedingter Ängstlichkeit und Unruhe erwiesen (13, 14, 15).


Kava Kava

Kava ist ein Getränk, das aus der Pflanze Piper methysticum (Rauschpfeffer) zubereitet wird. Die Anwendung von Kava zur Behandlung von Angst, Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit ist seit Jahrhunderten in vielen Kulturen verbreitet. Das Interesse an Kava ist wahrscheinlich auch deshalb so groß, weil es angstlösend wirkt, ohne gleichzeitig zu stark zu beruhigen und die geistige Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen, wie es als typische Nebenwirkungen von Benzodiazepinen bekannt ist.

Es gibt deutliche Hinweise, dass Kava einen positiven Effekt auf die Symptome der Angststörungen hat. In einer Vielzahl kontrollierter Studien war Kava durchweg besser als Placebo bei der Verminderung von Angstsymptomen. Zwei Metaanalysen bestätigten die Wirksamkeit (6, 21). Kava war in den betrachteten Studien mit einer Behandlungsdauer von 3 bis 24 Wochen der Placebo-Gabe gemessen an der Hamilton Angstskala signifikant überlegen. Die Nebenwirkungen in diesen Studien waren selten und wurden als leicht und vorübergehend klassifiziert.


Schwerwiegende Nebenwirkungen unter Kava

Erstmals 2002 und erneut 2007 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Zulassung für alle Kava-Kava-haltigen Arzneimittel widerrufen, nachdem es bei Patienten, die derartige Medikamente über längere Zeit einnahmen, zum Teil zu schweren Leberschäden gekommen war. Es wird vermutet, dass diese auf Inhaltsstoffe der Kava-Kava-Wurzel zurückzuführen sind. Ausgenommen von dem Widerruf sind homöopathische Arzneimittel, bei denen der Kava-Kava-Anteil sehr klein ist (unter der Potenz D4).

Besonders die Einnahme hoher Tagesdosen von Kava (> 240 mg), eine lange Einnahmedauer (> 8 Wochen), die Einnahme weiterer Medikamente, die über die Leber verstoffwechselt werden und die Anwendung von Kava in schlechter Qualität gelten als Risikofaktoren für das Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen.


Fazit

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Angst, die "natürliche" Heilmittel verwenden möchten, gleichzeitig keinen Alkohol trinken oder Medikamente einnehmen, die von der Leber verstoffwechselt werden, erscheint Kava für die kurzzeitige Anwendung akzeptabel.


Magnesium

Ob auch der Magnesium-Gabe ein Stellenwert bei der Behandlung von Angststörungen zukommt, ist unklar. Die wenigen vorliegenden kontrollierten Studien weisen auf einen positiven Effekt der Magnesium-Gabe hin (4,5, 8). Allerdings wurde Magnesium in einem Teil der Untersuchungen in Kombination mit anderen Wirkstoffen verabreicht, sodass die Wirksamkeit nicht allein dem Magnesium zugeschrieben werden kann.

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Lysin + Arginin

Die Ergebnisse von zwei kontrollierten Studien lassen es möglich erscheinen, dass sich auch eine Kombination aus den Aminosäuren L-Lysin und L-Arginin vorteilhaft auf die Symptome von Angst auswirkt (9, 25). Insbesondere bei Personen, die zu Ängstlichkeit neigen, wirkt die L-Lysin + L-Arginin-Kombination ausgleichend auf den stressinduzierten Cortisol-Spiegel.


Ginkgo biloba

Ginkgo biloba, das insbesondere bei nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit angewendet wird, besitzt wahrscheinlich auch angstlösende Eigenschaften beim Menschen. Bisher wurde allerdings erst eine kontrollierte Studie zur Wirkung des Ginkgo-Extraktes EGb 761 bei einer generalisierten Angststörung veröffentlicht. Dabei zeigte sich nach 4 Wochen Behandlung mit täglich 240 oder 480 mg Ginkgo-Extrakt eine signifikante Abnahme der Angst im Vergleich zur Placebo-Einnahme (7).


Kamille

Eine Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie hat die Verwendung von Matricaria recutita (Kamille) bei der Behandlung von generalisierten Angststörungen bewertet (2). Eine tägliche Dosierung von bis zu 1100 mg Kamillenblüten-Extrakt erwies sich als gut verträglich und zeigte nach einer 8-wöchigen Behandlung einen geringen aber signifikanten Effekt auf die Angst-Symptome (HAM-A-Scores) im Vergleich zu Placebo. Eine weitere Placebo-kontrollierte Untersuchung bescheinigte der Kamille zudem eine antidepressive Wirkung bei Patienten mit einer Angststörung und begleitender Depression (3).


Baldrian

Obwohl Baldrian eine angstlösende Wirkung zugeschrieben wird und es zudem seit Jahrhunderten von Ärzten zur Behandlung von Nervosität verwendet wird, gibt es nur zwei kleine Studien zu Baldrian, aus denen sich keine deutlichen Hinweise auf eine Wirksamkeit ableiten lassen. Bisher gibt es demnach keine klinischen Nachweise für eine angstlösende Wirkung von Baldrian im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit Angststörungen (20, 23).

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Johanniskraut

Die Behandlung der Depression mit Johanniskraut ist eine weitverbreitete Anwendung, deutlich seltener wird Johanniskraut zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt. Die Zahl der Studien, die speziell die Wirksamkeit von Johanniskraut bei Patienten mit Angststörungen untersucht haben, ist äußerst begrenzt. Die Datenlage für einen positiven Effekt von Johanniskraut auf Angststörungen ist wenig überzeugend. Bisher hat sich Johanniskraut in keiner Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie als wirksam bei der Behandlung von generalisierten Angststörungen erwiesen (20, 23).


Magnolia und Phellodendron

Magnolia officinalis (eine Magnolienart) und Phellodendron amurense (Amur-Korkbaum) sind Heilpflanzen, die als traditionelle Heilmittel zum Abbau von Stress und Angst angewendet werden. In einer Placebo-kontrollierten Studie erhielten Personen mit einem mäßig ausgeprägten Stressniveau über 4 Wochen 2x täglich 250 mg einer Extrakt-Kombination aus Magnolia officinalis und Phellodendron amurense (26). Ergebnis: Allgemeiner täglicher Stress wurde von den Probanden weniger stark wahrgenommen, gleichzeitig zeigte sich eine Abnahme der Cortisolspiegel im Speichel. Im Vergleich zur Placebo-Behandlung konnte eine Verbesserung einer Vielzahl von Stimmungsparametern, einschließlich einer geringeren Ermüdung und einer höheren Vigilanz, dokumentiert werden. Diese Ergebnisse legen nahe, dass diese pflanzlichen Wirkstoffe den nachteiligen Auswirkungen von chronischem Stress auf die Gesundheit bei mäßig stark „gestressten“ Erwachsenen entgegenwirken können (26). In einer vorausgehenden Studie war bereits ein positiver Effekt dieses Pflanzenextrakts (Relora®) auf eine zeitweilige Ängstlichkeit bei Frauen nachgewiesen worden (10).


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Literatur


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2. Amsterdam JD, Li Y, Soeller I, Rockwell K, Mao JJ, Shults J. A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of oral Matricaria recutita (chamomile) extract therapy for generalized anxiety disorder. J Clin Psychopharmacol. 2009 Aug;29(4):378-82.

3. Amsterdam JD, Shults J, Soeller I, Mao JJ, Rockwell K, Newberg AB.Chamomile (Matricaria recutita) may provide antidepressant activity in anxious, depressed humans: an exploratory study. Altern Ther Health Med. 2012 Sep-Oct;18(5):44-9.

4. Carroll D, Ring C, Suter M, Willemsen G: The effects of an oral multivitamin combination with calcium, magnesium, and zinc on psychological well-being in healthy young male volunteers: a doubleblind placebo-controlled trial. Psychopharmacology (Berl) 2000, 150:220-225.

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7. Woelk H., Arnoldt K. H., Kieser M., and Hoerr R., “Ginkgo biloba special extract EGb 761 in generalized anxiety disorder and adjustment disorder with anxious mood: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial,” Journal of Psychiatric Research, 2007, vol. 41, no. 6, pp. 472–480.

8. Hanus M, Lafon J, Mathieu M: Double-blind, randomised, placebocontrolled study to evaluate the efficacy and safety of a fixed combination containing two plant extracts (Crataegus oxyacantha and Eschscholtzia californica) and magnesium in mild-to-moderate anxiety disorders. Curr Med Res Opin 2004, 20:63-71.

9. Jezova D, Makatsori A, Smriga M, Morinaga Y, Duncko R: Subchronic treatment with amino acid mixture of L-lysine and L-arginine modifies neuroendocrine activation during psychosocial stress in subjects with high trait anxiety. Nutr Neurosci 2005, 8:155-160.

10. Kalman DS, Feldman S, Feldman R, Schwartz HI, Krieger DR, Garrison R. Effect of a proprietary Magnolia and Phellodendron extract on stress levels in healthy women: a pilot, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Nutr J. 2008 Apr 21;7:11.

11. Kasper S, Gastpar M, Müller WE, Volz HP, Möller HJ, Dienel A, Schläfke S. Efficacy and safety of silexan, a new, orally administered lavender oil preparation, in subthreshold anxiety disorder - evidence from clinical trials. Wien Med Wochenschr. 2010 Dec;160(21-22):547-56.

12. Kasper S. An orally administered lavandula oil preparation (Silexan) for anxiety disorder and related conditions: an evidence based review. Int J Psychiatry Clin Pract. 2013 Nov;17 Suppl 1:15-22.

13. Kennedy DO, Little W, Haskell CF, Scholey AB. Anxiolytic effects of a combination of Melissa officinalis and Valeriana officinalis during laboratory induced stress. Phytother Res. 2006 Feb;20(2):96-102.

14. Kennedy DO, Little W, Scholey AB. Attenuation of laboratory-induced stress in humans after acute administration of Melissa officinalis (Lemon Balm). Psychosom Med. 2004 Jul-Aug;66(4):607-13.

15. Kennedy DO, Scholey AB, Tildesley NT, Perry EK, Wesnes KA. Modulation of mood and cognitive performance following acute administration of Melissa officinalis (lemon balm). Pharmacol Biochem Behav. 2002 Jul;72(4):953-64.

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22. Sarris J, McIntyre E, Camfield DA. Plant-based medicines for anxiety disorders, part 2: a review of clinical studies with supporting preclinical evidence. CNS Drugs. 2013 Apr;27(4):301-19.

23. Sarris J, Moylan S, Camfield DA, Pase MP, Mischoulon D, Berk M, Jacka FN, Schweitzer I. Complementary medicine, exercise, meditation, diet, and lifestyle modification for anxiety disorders: a review of current evidence. Evid Based Complement Alternat Med. 2012;2012:809653.

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26. Talbott SM, Talbott JA, Pugh M. Effect of Magnolia officinalis and Phellodendron amurense (Relora®) on cortisol and psychological mood state in moderately stressed subjects. J Int Soc Sports Nutr. 2013 Aug 7;10(1):37.

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Naturheilmittel bei Herpes-simplex-Infektion im Lippenbereich (Herpes labialis)

 

Herpes labialis

Es liegen Hinweise vor, dass neben einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten auch natürliche Substanzen zur Behandlung von Herpes-simplex-Läsionen oder zur Rezidiv-Prophylaxe wirksam sein können. Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von Zitronenmelisse, Lysin und Zink zur Behandlung und Vorbeugung von Herpes labialis zusammenfassend dargestellt und bewertet.


Hintergrund

Meist erfolgt die Erstinfektion mit Herpesviren im Kindesalter, wobei diese oft asymptomatisch oder unerkannt bleibt. Sehr unterschiedliche Faktoren wie Stress, Sonnenbestrahlung, Menstruation oder fieberhafte Infekte können eine Reaktivierung der Herpesviren auslösen. Die durch diese Infektion verursachten Läsionen im Mundbereich sind oft schmerzhaft, brennend oder juckend und neigen dazu, bei den meisten Patienten wiederholt aufzutreten. Eine Lippenherpes-Episode dauert unbehandelt etwa sieben bis zehn Tage. Etwa 20 bis 40 Prozent aller Erwachsenen werden irgendwann im Laufe ihres Lebens von einem Herpes labialis betroffen.


Standardtherapie von rezidivierendem Herpes labialis

Bei leichten Formen von Herpes labialis zählt u.a. Aciclovir-Creme zur Standardtherapie. Bei schweren Herpes labialis kommen Aciclovir-Tabletten zur Anwendung.
Die kurzzeitige Behandlung mit Aciclovir-Creme kann die Heilung eines akuten Ausbruchs beschleunigen. Eine Langzeittherapie mit Aciclovir-Tabletten wird Personen mit häufigen Rezidiven verordnet. Das Medikament soll zwar die Rezidivrate um 60 - 90 Prozent vermindern, kann aber auch zu einer Reihe von Nebenwirkungen führen (u.a. Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Juckreiz). Sichere und wirksame Alternativen sind daher notwendig. Alternativen zu den chemisch definierten Virustatika sind pflanzliche Extrakte aus Melisse, die Aminosäure Lysin oder Zink-Zubereitungen.


Melisse (Zitronenmelisse)

Die Behandlung mit Zitronenmelisse als Creme kann dazu beitragen die Heilung der Herpes-labialis-Infektion zu beschleunigen. Die Wirksamkeit von Zitronenmelisse wurde in zwei Placebo-kontrollierten Studien geprüft (5, 9). Die Zitronenmelisse-Creme wurde dabei bis zu 4-mal täglich für mindestens 5 Tage auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen. In einer Studie waren am zweiten Tag die Beschwerden bereits signifikant geringer als unter der Placebo-Anwendung (5). Neben der Verkürzung der Heilungsphase und der Verhinderung einer Ausbreitung der Infektion wurde auch eine rasche Wirkung auf typische Symptome von Herpes labialis wie Jucken, Schwellung, Spannungsgefühl und Rötung beobachtet (5, 9).

Migräne - Naturheilmittel zur Behandlung von chronischen Kopfschmerzen

 

Wie wirksam sind Naturheilmittel bei Migräne?

Mehr als 50 Prozent der Erwachsenen litten in den zurückliegenden 12 Monaten unter allgemeinen Kopfschmerzen. Wird speziell nach der Häufigkeit von Spannungskopfschmerzen oder Migräne gefragt, so gaben 15 Prozent der Befragten an unter Migräne zu leiden, bei 60 Prozent der Befragten standen Spannungskopfschmerzen im Mittelpunkt (35).

Während viele Patienten ein positives Ansprechen auf die konventionelle medizinische Behandlung von chronischen Kopfschmerzen zeigen, gibt es eine nicht unerhebliche Zahl von Patienten, bei denen keine zufriedenstellende Linderung der Beschwerden und oftmals keine dauerhafte Wirkung erreicht werden können. Patienten, die sich nicht ausreichend behandelt fühlen oder Nebenwirkungen erfahren, suchen nach ergänzenden und / oder alternativen Behandlungsverfahren chronischer Kopfschmerzen.


Migräne vorbeugen – Welche Naturheilmittel vermindern die Häufigkeit von Migräne-Attacken?

Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von pflanzlichen Wirkstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen zur vorbeugenden Behandlung der Migräne dargestellt und bewertet.


Riboflavin (Vitamin B2)
• Magnesium
• Mutterkraut
• Petasites (Pestwurz)
• Coenzym Q10
• Lavendelöl
• Alpha-Liponsäure
• Omega-3-Fettsäuren

• Melatonin

Vitamin B2 (Riboflavin) zur Prophylaxe von Migräne-Attacken



Vermindert Riboflavin die Häufigkeit von Migräne?



Hintergrund
Migräne-Kopfschmerzen reichen von mäßig bis zu sehr schwer ausgeprägten Beschwerden. Eine phasenweise auftretende Migräne betrifft ca. 17 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer. Die Migräne wird je nach Häufigkeit unterteilt in eine episodische und eine chronische Form. Während die episodische Form an weniger als 15 Tage pro Monat auftritt, werden bei der chronischen Migräne ≥ 15 Kopfschmerztage pro Monat berichtet. Manchmal wird eine Migräne auch als chronisch bezeichnet, wenn die Kopfschmerzen über längere Zeit immer wieder auftreten. Die chronische Form der Migräne betrifft etwa 1,4 bis 2,2 Prozent der Erwachsenen (13).

Etwa vierzig Prozent der Erwachsenen mit einer phasenweise auftretenden Migräne und allen Patienten mit chronischer Migräne könnten von vorbeugenden Medikamenten profitieren, doch nur etwa 12 Prozent der Erwachsenen mit häufigen Migräne-Anfällen nehmen vorbeugend Medikamente ein (13).


Empfehlungen zur vorbeugenden Behandlung der Migräne

Die Empfehlungen für eine präventive Behandlung sind sehr unterschiedlich. Die amerikanischen Migräne-Fachgesellschaften empfehlen eine vorbeugende Behandlung für diejenigen, die zwei oder mehr Kopfschmerz-Attacken mit deutlicher Beeinträchtigung erfahren, und darüber hinaus für all diejenigen, die vier oder mehr monatlich Kopfschmerz-Episoden mit eher weniger schwerer Beeinträchtigung erleben. Andere Leitlinien hingegen empfehlen vorbeugende Therapien für Patienten, die fünf oder mehr Migräne-Attacken pro Monat haben. Im Extremfall sollen nur diejenigen behandelt werden, die einen Kopfschmerz an den meisten Tagen des Monats erleben. Oftmals wird eine vorbeugende Behandlung nur für 6 bis 9 Monate empfohlen (13). 

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Stellenwert von Naturheilmitteln zur Migräne-Prophylaxe

Auch angesichts der Vielzahl möglicher Nebenwirkungen der konventionellen verschreibungspflichtigen Medikamente gibt es eine steigende Nachfrage nach "natürlichen" Behandlungen von Kopfschmerzen mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Naturheilmitteln.

Naturheilmittel können als Ergänzung zur medikamentösen Therapie mit z.B. Topiramat, Onabotulinumtoxin A und Propranolol eingesetzt werden. In weniger schweren Fällen können Naturheilmittel wie z.B. Pestwurz, Mutterkraut, Magnesium und Vitamin B2 (Riboflavin) auch alternativ zu chemisch definierten Arzneimitteln zur Vorbeugung der Migräne angewandt werden (4, 9, 11).

Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von Riboflavin (Vitamin B2) zur vorbeugenden Behandlung der Migräne dargestellt und bewertet.

Chronische Kopfschmerzen - Magnesium zur Vorbeugung von Migräne



Es gibt deutliche Hinweise, dass ein Magnesiummangel bei Migräne-Patienten viel häufiger als bei gesunden Kontrollen auftritt (6).
Magnesium, das zweithäufigste intrazelluläre Kation, ist essenziell für viele intrazelluläre Prozesse und scheint eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Migräne zu spielen (6).
Bisher nicht eindeutig zu beantworten ist die Frage, ob von einer Magnesium-Gabe alle Migräne-Patienten profitieren oder nur diejenigen mit einem Magnesiummangel.

Placebo-kontrollierte Doppelblind-Studien zur Magnesium-Gabe bei Migräne-Patienten haben unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Ergebnisse erbracht. Eine mögliche Erklärung für diese inkonsistenten Ergebnisse könnte darin liegen, dass sowohl Patienten mit Magnesiummangel als auch Patienten mit ausreichendem Magnesiumstatus in diese Studien eingeschlossen wurden.

Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von Magnesium zur vorbeugenden Behandlung der Migräne dargestellt und bewertet.

Mutterkraut zur Vorbeugung von Migräne-Kopfschmerzen



Studien zufolge soll die langfristige vorbeugende Einnahme von Mutterkrautextrakt signifikant die Anzahl und Schwere von Migräneanfällen vermindern. Zudem liegen Hinweise vor, dass Mutterkraut sich positiv auf die Begleiterscheinungen einer Migräne wie Übelkeit, Schwindel und Erbrechen auswirke. Im folgenden Beitrag wird die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von Mutterkraut zur vorbeugenden Behandlung der Migräne dargestellt und bewertet.

Naturheilmittel zur Behandlung der schmerzhaften Arthrose

Behandlung der Arthrose des Hüft- und Kniegelenkes


Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Naturheilmittel sind geeignet zur Minderung von Schmerzen bei Hüft- und Kniegelenksarthrose?
  • Lindern Naturheilmittel rheumatische Gelenkbeschwerden?
  • Sind Teufelskralle, Weidenrinde und Weihrauch bei Entzündung des Kniegelenkes wirksam?
  • Kann das Fortschreiten der Arthrose mit pflanzlichen Wirkstoffen gebremst werden?
  • Welche Nebenwirkungen treten bei Anwendung von Naturheilmitteln auf?


ARTHROSE

Naturheilmittel zur Behandlung der schmerzhaften Gelenkarthrose


Hintergrund

Zu den Naturheilmitteln, die sich günstig auf eine schmerzhafte Gelenkarthrose auswirken können, zählen Teufelskralle, Weidenrinde, Weihrauch, Bromelain, Brennnessel, Hagebutte, Avocado / Sojabohnen, Katzenkralle, Ingwer, Resveratrol, Grüner Tee, Granatapfel und Curcumin. In der nachfolgenden Übersicht werden die bisher veröffentlichten Daten zur Wirksamkeit dieser Naturheilmittel zusammengefasst und bewertet.


Curcumin/Kurkuma

Curcumin gilt als farbgebender Bestandteil der Pflanze Curcuma longa. Kurkuma ist insbesondere als Gewürz bekannt (Bestandteil von Curry-Mischungen). Zahlreiche präklinische Befunde sprechen für ein hohes Potenzial von Curcumin bei der Behandlung entzündlicher Erkrankungen (13). Da entzündliche Prozesse auch bei der Osteoarthritis/Arthrose eine wesentliche Rolle spielen, könnte sich die entzündungshemmende Wirkung von Curcumin positiv auf Schmerzen und Bewegungseinschränkung bei der Kniegelenksarthrose auswirken. Hinweise für eine entzündungshemmende Wirkung von Curcumin stammen im Wesentlichen aus tierexperimentellen Untersuchungen. In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 107 Patienten mit einer Kniegelenksarthrose wurde die Wirksamkeit von Curcumin (2 g täglich) im Vergleich zu Ibuprofen (800 mg täglich) über einen Zeitraum von 6 Wochen geprüft (28). Am Ende der Behandlungsperiode gab keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Ibuprofen und Curcumin: Beide Behandlungen reduzierten die Schmerzen beim Gehen in der Ebene und die Schmerzen beim Treppensteigen. Auch die Zeit für das Zurücklegen einer festgelegten Strecke in der Ebene und beim Treppensteigen besserte sich unter der Behandlung mit Curcumin als auch mit Ibuprofen.

Ein grundsätzliches Problem von Curcumin ist die relativ schlechte Bioverfügbarkeit. Erste Untersuchungen zu einer Curcumin-Formulierung mit einer verbesserten Bioverfügbarkeit (Meriva®) konnten die positiven Ergebnisse präklinischer Untersuchungen bestätigen. Sowohl in einer 3-monatigen Studie an 50 Arthrose-Patienten als auch in einer Untersuchung über 8 Monate mit insgesamt 100 Patienten zeigte sich die gute Wirksamkeit von Meriva® (Curcumin) im Vergleich zur Kontrollgruppe in Bezug auf verschiedene klinische und biochemische Endpunkte (8). Als unerwünschte Nebenwirkungen von Curcumin wurden in Studien vereinzelt über das Auftreten von Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie), Schwindel, Übelkeit und Erbrechen berichtet.

Die bisher vorliegenden Studienergebnisse zur Behandlung der Kniegelenksarthrose deuten auf eine mögliche Wirksamkeit von Curcumin bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen hin.


Aktueller Beitrag zum Thema Curcumin:


Teufelskralle

Teufelskralle ist ein pflanzliches Präparat aus der Wurzel von Harpagophytum procumbens, einer in Südafrika beheimateten Pflanzenart. Teufelskrallen-Extrakte sind in Deutschland als nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel zugelassen (u.a.: Doloteffin® Flexi-loges®, Jucurba®, Teufelskralle-ratiopharm®). Anwendungsgebiet ist die unterstützende Therapie bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates.

Es wird angenommen, dass Teufelskrallen-Extrakt analgetische und entzündungshemmende Eigenschaften aufweist, wobei in Tierversuchen teilweise widersprüchliche Ergebnisse dokumentiert wurden (6, 47).

In einer Zusammenstellung der wichtigsten Forschungsergebnisse wurden fünf randomisierte, kontrollierte Studien zu Teufelskralle mit insgesamt 385 Patienten in der Indikation Arthrose des Hüft- oder Kniegelenks analysiert (20). In drei Studien wurde festgestellt, dass Teufelskralle signifikant wirksamer war als Placebo in Bezug auf die Verringerung der Schmerzen und den Anteil von "Respondern". Eine weitere Studie kam zu dem Ergebnis, dass Teufelskralle in Bezug auf die Verbesserung der Gelenkfunktion (Lequesne’s Index) nicht schlechter war als ein entzündungshemmendes Arzneimittel (Diacerein, NSAR). Im Vergleich zu einem weiteren NSAR (Phenylbutazon) erwies sich Teufelskrallen-Extrakt als überlegen bei der Schmerzreduktion. In der zusammenfassenden Bewertung attestieren die Autoren Teufelskrallen-Extrakt eine mäßig stark ausgeprägte Wirkung bei der Verminderung von arthrosebedingten Schmerzen (11, 44). Voraussetzung für eine Schmerzlinderung und Verbesserung der Gelenkfunktion ist demnach eine ausreichende hohe Dosierung eines Teufelskrallen-Extraktes (60 mg Harpagoside pro Tag). Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist einer Übersichtsarbeit zufolge nicht höher als unter Placebo-Einnahme. Nebenwirkungen mit einem möglichen Zusammenhang zur Einnahme von Teufelskralle waren Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen (42).

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Weidenrinde

Aus der Rinde von Weiden (Salix purpurea) werden Arzneimittel zur Linderung rheumatischer Beschwerden gewonnen. Die Wirkstoffe der Weidenrinde haben neben ihrer schmerzlindernden auch eine entzündungshemmende Wirkung. In Deutschland ist Weidenrinde als Arzneimittel zugelassen (z.B. Assalix®, Proaktiv®). Als Anwendungsgebiete sind u.a. rheumatische Beschwerden genannt.

Die Ergebnisse zur klinischen Anwendung bei Arthrose sind widersprüchlich; es liegen sowohl Daten vor, in denen Weidenrinde keine bessere Wirkung als Placebo zeigt als auch Daten, die auf eine Wirksamkeit schließen lassen.
Beispielsweise wurde Weidenrinden-Extrakt in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie bei 127 Patienten mit Hüft- oder Kniegelenksarthrose untersucht (9). Geprüft wurde die schmerzlindernde Wirkung im Vergleich zu Diclofenac und Placebo. Im Ergebnis zeigte sich, dass Weidenrinden-Extrakt bei der Schmerzreduktion nicht signifikant wirksamer war als Placebo (9).

In einer offenen Vergleichsstudie wurde bei Patienten mit einer Arthrose des Knie- oder Hüftgelenkes nach einer 6-wöchigen Behandlung eine vergleichbare Wirkung unter Weidenrinden-Extrakt wie unter einer konventionellen anti-rheumatischen Therapie dokumentiert (7).
Verträglichkeit: Gelegentlich wurden unter der Behandlung mit Weidenrinden-Extrakt Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und Magen-Darm-Beschwerden beobachtet.

Zusammenfassend liegen zur Therapie der schmerzhaften Gelenkarthrose mit Weidenrinden-Extrakt bisher kaum überzeugende klinische Ergebnisse vor. Auf Basis dieser Daten scheint ein Behandlungsversuch nicht gerechtfertigt.


Weihrauch

Das Harz des Weihrauchbaumes Boswellia serrata findet medizinisch Verwendung u.a. zur Behandlung rheumatischer Beschwerden wie z.B. der Arthrose.
Untersuchungen am Menschen belegen, dass mit der Einnahme von Weihrauch-Extrakten die Aktivität einzelner entzündungsfördernder Enzyme (z.B. 5-Lipoxygenase) um mehr als 60 Prozent verringert werden kann.

Erste klinische Untersuchungen zur Behandlung der Kniegelenksarthrose belegen, dass Weihrauch-Extrakt die Knieschmerzen reduziert, die Kniegelenksschwellung vermindert und die Gelenkbeweglichkeit verbessert (27). Die nachfolgenden Untersuchungen wurden mit speziellen in Deutschland nicht verfügbaren Weihrauch-Extrakten (Boswellia-Extrakt) durchgeführt. Einer dieser Boswellia-serrata-Extrakte (5-Loxin®) wurde in einer 3 Monatsstudie in zwei Dosierungen (100 und 250 mg) mit Placebo verglichen (36). Im Ergebnis zeigte sich, dass 5-Loxin® die Schmerzen reduzierte und die Gelenkfunktion im Vergleich zur Placebogruppe signifikant verbesserte. Auffällig war der frühe Wirkeintritt der hohen Dosis des Weihrauch-Extraktes. Bereits nach sieben Tagen konnte eine relevante Symptomverbesserung dokumentiert werden. Zudem gelang in dieser Untersuchung der Nachweis, dass der spezielle Weihrauch-Extrakt das knorpelabbauende Enzym Matrix-Metalloproteinase-3 (MMP-3) in seiner Aktivität deutlich hemmt (36). Ein weiterer Boswellia-Extrakt (Aflapin®) soll durch eine Anreicherung der wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe noch ausgeprägter entzündungshemmend wirken. In einer Doppelblindstudie über 90 Tage wurde 5-Loxin® und Aflapin® mit Placebo bei Patienten mit Kniegelenksarthrose verglichen (37). Im Ergebnis führten beide Weihrauch-Formulierungen zu einer signifikanten Abnahme der Schmerzen und einer Verbesserung der Kniegelenksfunktion. Dabei zeigten sich Vorteile in der Wirksamkeit zugunsten des Boswellia-Extraktes Aflapin®. Eine weitere Untersuchung der gleichen Arbeitsgruppe konnte diese Befunde bestätigen (41). In dieser Doppelblindstudie über 30 Tage bei 60 Patienten führte die Therapie mit 100 mg des Weihrauch-Extraktes Aflapin® zu einer signifikanten Besserung der Schmerzsymptomatik und der Gelenkfunktion im Vergleich zur Placebogabe.

Zusammenfassend stellt sich die Datenlage zur Anwendung von Weihrauch-Extrakten bei der Behandlung der Kniegelenksarthrose recht positiv dar. Einzelne Studien belegen eine Verminderung der Schmerzsymptomatik und einen positiven Einfluss auf die Gelenkfunktion.

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Bromelain

Als Bromelain wird ein Extrakt aus der Ananas bezeichnet, für den entzündungshemmende Effekte beschrieben sind. Bromelain wird zur Behandlung der Kniegelenks- und Hüftgelenksarthrose eingesetzt.

Ältere Untersuchungen zu Bromelain deuteten auf eine vergleichbare Wirkung zu Diclofenac (NSAR) bezogen auf die Schmerzreduktion und auf verschiedene Funktionsparameter hin (12). In nachfolgenden Studien konnte allerdings keine Überlegenheit gegenüber einer Placebo-Gabe nachgewiesen werden. Ziel einer weiteren Untersuchung von Bromelain war daher der Nachweis einer Überlegenheit gegenüber der Placebo-Gabe. Insgesamt 47 Patienten mit mäßig- bis schwergradiger Kniegelenksarthrose wurden über 12 Wochen mit 800 mg Bromelain oder Placebo behandelt (11). Ergebnis: Auch in dieser Studie konnten keine Unterschiede in der Kniegelenksfunktion (WOMAC-Score) oder bei Parametern der Lebensqualität im Vergleich zur Placebo-Gabe dokumentiert werden.

Die bisherigen Daten zusammenfassend, ist der Nachweis der Wirksamkeit von Bromelain bei der Behandlung der schmerzhaften Gelenkarthrose unzureichend.


Brennnessel

Brennnesselblätter-Extrakt wird u.a. zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden empfohlen. In Deutschland sind mehrere Arzneimittel mit dem Wirkstoff Brennnesselblätter-Trockenextrakt zugelassen (u.a. Hox alpha®, Rheuma-Hek®). Pharmakologische Untersuchungen legen nahe, dass Brennnesselblätter-Extrakte entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Eine Hemmung verschiedener Entzündungsmediatoren, die bei der Arthrose eine zentrale Rolle spielen, konnte in vitro und in vivo nachgewiesen werden (35). Kontrollierte Studien im Vergleich zu Placebo oder zur anti-entzündlichen Standardtherapie wurden bisher nicht veröffentlicht (16). In einer Placebo-kontrollierten Studie wurde eine Kombination aus Fischöl, Vitamin-E und Brennnessel bei 81 Patienten mit einer Arthrose des Knie- oder Hüftgelenks geprüft (25). Ergebnis: Nach drei Monaten Behandlung zeigte sich unter der Brennnessel-Kombination (Phytalgic®) ein signifikant geringer Bedarf an Schmerzmittel und eine bessere Gelenkfunktion als in der Placebo-Gruppe.
Als Nebenwirkungen von Brennnesselblätter-Trockenextrakt wurden über gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden und Überempfindlichkeitsreaktionen an der Haut berichtet.
Die Ergebnisse zusammenfassend gibt es keinen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis für die Behandlung der Arthrose mit Brennnesselblätter-Extrakten.


Hagebutte

Hagebutten-Pulver stammt aus der Schale und den Samen der Rosa canina. In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Wirkstoffe aus der Hagebutte entzündungshemmende Wirkungen besitzen (14). Eine Übersichtsarbeit, die die Ergebnisse von drei Studien mit insgesamt 287 Patienten mit Arthrose analysierte, kommt zu dem Schluss, dass Hagebutten-Pulver im Vergleich zu Placebo die Gelenkschmerzen signifikant reduziert (46, 34). Zudem führte die Behandlung mit Hagebutten zu einem verminderten Bedarf an zusätzlichen Schmerzmedikamenten. Den Autoren zufolge weist Hagebutte eine konsistente, wenn auch nur gering bis mäßig ausgeprägte, Wirksamkeit bei arthrosebedingten Schmerzen auf (Behandlungszeitraum: 3 bis 4 Monate) (14). Unerwünschte Nebenwirkungen wurden in den klinischen Studien unter Hagebutten-Pulver nicht häufiger beobachtet als unter der Placebo-Einnahme.


Avocado/Sojabohnen

Für einen Extrakt aus Avocado und Sojabohnenöl wurde in prä-klinischen Untersuchungen festgestellt, dass er katabole und entzündungsfördernde Botenstoffen im Knorpelgewebe hemmt und damit möglicherweise langfristig den Strukturverlust im Gelenk verhindern könnte (5, 24). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Avocado-Sojabohnen-Extrakt die Arthrose durch eine Hemmung des Knorpelabbaus und der Förderung der Knorpelreparatur günstig beeinflusst (5, 24). In einer systematischen Analyse der bisher durchgeführten klinischen Studien wurden vier doppelblinde, randomisierte Placebo-kontrollierte Studien mit insgesamt 664 Patienten mit Hüft- oder Kniegelenksarthrose berücksichtigt (15, 19). In den Untersuchungen wurde durchgängig eine tägliche Dosis von 300 mg Avocado-Sojabohnenöl-Extrakt verabreicht. Wesentliches Ergebnis war eine Verringerung des Schmerzmittelbedarfs im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Auch der Lequesne’s Index (ein Funktionssore, in dem die Schmerzausprägung, die max. Gehstrecke und Alltagsaktivitäten berücksichtigt werden) besserte sich signifikant im Vergleich zur Placebo-Gabe. Die Zahl der Patienten, die positiv auf die Behandlung angesprochen hatten (Responderrate), lag ebenfalls unter der Avocado-Sojabohnen-Extrakt-Anwendung signifikant höher als unter Placebo.

In drei der Studien (Dauer 3 oder 6 Monate) schlussfolgerten die Autoren, dass der Avocado-Sojabohnen-Extrakt eine wirksame symptomatische Behandlung der Arthrose von Hüft- und Kniegelenk darstelle. Insgesamt war das Ansprechen auf die Behandlung bei Patienten mit Kniegelenksarthrose besser als bei Patienten mit einer Hüftgelenksarthrose (15).


Katzenkralle

Katzenkralle (Uncaria tomentosa) ist eine aus Südamerika stammende Pflanzenart mit dem Trivialnamen „Cat’s Claw“. In-vitro-Untersuchungen bescheinigen dem Extrakt eine Hemmung von TNFalpha und des Transkriptionsfaktors NF-KappaB (3, 22). Damit kann Uncaria tomentosa wesentlichen Einfluss auf den Entzündungsprozess der Arthrose nehmen. Auch in Tierversuchen wurden für Extrakte aus Uncaria tomentosa entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen.

Es liegen hingegen nur wenige klinische Studien zur Wirksamkeit von Katzenkralle bei Arthrose vor (3). In einer 4-wöchigen, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie an 45 Patienten mit Arthrose wurde festgestellt, dass Katzenkralle (100 mg täglich) zwar die Schmerzen bei alltäglichen Aktivitäten signifikant reduzierte, aber keine Wirkung auf die Schmerzen im Ruhezustand oder während der Nacht hatte (31).

Die wenigen klinischen Daten zur Wirksamkeit von Katzenkralle lassen keine abschließende Aussage über eine mögliche klinische Relevanz der beobachteten Befunde zu.


Ingwer

Ingwer aus der Wurzel der Pflanze Zingiber officinale weist entzündungshemmende Eigenschaften auf (33). Aus In-vitro-Untersuchungen ist bekannt, dass Ingwer ein potenter Hemmstoff der Prostaglandin- und Leukotriensynthese ist (38). Klinische Studien geben einen Hinweis auf eine Minderung der typischen Gelenkbeschwerden einer Arthrose unter der Behandlung mit Ingwer-Extrakt, wobei dieser Effekt nicht sehr ausgeprägt zu sein scheint. In einer 6-wöchigen, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie an 261 Patienten mit Knieschmerzen aufgrund einer Arthrose wurde die Wirksamkeit von Ingwer (255 mg Ingwer-Extrakt, zweimal täglich) im Vergleich zu Placebo untersucht (4). Ergebnis: Die Schmerzen beim Stehen, nach dem Gehen und der WOMAC-Score zur Gelenkfunktion besserten sich signifikant stärker in der Ingwer-Gruppe als in der Kontrollgruppe. Auch die Zahl der Patienten, die insgesamt positiv auf die Behandlung angesprochen hatten (Responderrate), lag in der Ingwer-Extrakt-Gruppe signifikant höher (63 % vs. 50 %). Allerdings wurden gastrointestinale Nebenwirkungen in der Ingwer-Extrakt-Gruppe häufiger beobachtet. 

Diesen insgesamt positiven Daten stehen negative Studienergebnisse entgegen: In einer weiteren, relativ kurzen, 3-wöchigen Cross-over-Studie wurden 67 Arthrose-Patienten mit Ingwer (170 mg Extrakt, dreimal täglich), Ibuprofen (400 mg, dreimal täglich) und Placebo behandelt (10). Ergebnisse: Mit Blick auf den Schmerz-Score und den Lequesne-Index war Ibuprofen signifikant wirksamer als Ingwer und Placebo. Zwischen der Behandlung mit Ingwer und Placebo wurde kein signifikanter Unterschied gesehen.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie an 60 Patienten mit einer Kniegelenksarthrose wurden diese negativen Ergebnisse bestätigt (30). Nach 8 Wochen täglicher Einnahme von 1 g Ingwer-Pulver besserten sich weder die Schmerzen noch die Beschwerden bei körperlicher Aktivität stärker als unter der Placebo-Behandlung. Unerwünschte Wirkungen unter Ingwer-Einnahme sind selten, berichtet wurde über leichtes Sodbrennen, Durchfall und Reizungen im Mundbereich (45).

Fazit: Durch die Behandlung mit Ingwer kann wahrscheinlich keine relevante Besserung von Symptomen einer Knie- oder Hüftgelenksarthrose erwartet werden.


Resveratrol

Resveratrol ist ein Polyphenol, das u.a. in Rotwein und roten Weintrauben vorkommt. Resveratrol werden viele positive Wirkungen zugeschrieben, u.a. soll es sich aufgrund seiner entzündungshemmenden, immunmodulatorischen und antioxidativen Eigenschaften positiv auf entzündliche Gelenkerkrankungen auswirken. Die In-vitro-Daten zur Herunterregulierung von Entzündungsprozessen, u.a. durch eine Hemmung des Transkriptionsfaktors NF-kappaB gelten als sehr überzeugend (17, 18, 39, 40). Die Verminderung zahlreicher pro-inflammatorisch wirkender Mediatoren durch Resveratrol spricht für ein Potenzial zur Therapie der Arthrose. Untersuchungen im Tiermodell der Arthrose konnten diese Ergebnisse bestätigen (43). Es liegen zudem deutliche Hinweise vor, dass die Wirkstoffe Curcumin und Resveratrol eine synergistische Wirkung auf entzündliche Prozesse bei der Arthrose aufweisen (29).

Bisher wurden jedoch keine randomisierten kontrollierten klinischen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von Resveratrol bei Patienten mit Arthrose durchgeführt. Auch wenn sich Resveratrol in Studien bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als gut verträglich erwiesen hat, müssen erste Untersuchungen an Arthrose-Patienten abgewartet werden, bevor eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen werden kann.


Grüner Tee

Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen von Grünem Tee zählen Polyphenole (u.a. Catechine). Viele der positiven Wirkungen des Grünen Tees sind auf die Aktivität von Epigallocatechin-Gallat (EGCG), einem Hauptbestandteil der Catechine, zurückzuführen.

In-vitro-Untersuchungen konnten nachweisen, dass EGCG menschliche Knorpelzellen vor dem durch Interleukin-1beta ausgelösten Entzündungsprozess schützt und damit möglicherweise das Fortschreiten von Knorpelschäden vermindert (2, 3, 26). Die bisher erhobenen experimentellen Daten sprechen für einen möglichen positiven Effekt von Grünem Tee auf das Fortschreiten arthrosebedingter Gelenkschäden. Kontrollierte klinische Studien müssen diese Beobachtungen bestätigten, bevor ein erhöhter Grüntee-Konsum zur unterstützenden Behandlung einer Arthrose empfohlen werden kann.


Granatapfel

Für Granatapfel-Extrakte konnte in zahlreichen In-vitro-Studien der Nachweis erbracht werden, dass sie spezifisch Entzündungsmediatoren hemmen, die wesentlich an der Zerstörung von Gelenkknorpel im Rahmen einer Arthrose beteiligt sind (1, 3, 32). Beispielsweise hemmt Granatapfel-Extrakt den durch Interleukin-1beta induzierten Verlust an Knorpelgewebe in vitro (1). Auch in verschiedenen Tiermodellen der Arthrose konnten diese Effekte wiederholt nachgewiesen werden (3, 21). Allerdings fehlen bisher klinische Studien, die den Nutzen von Granatapfel zur Prävention oder Behandlung der Arthrose belegen. 

Zusammengenommen deuten neue Ergebnisse darauf hin, dass Granatapfel oder davon abgeleitete Verbindungen den Knorpelabbau dosisabhängig hemmen und damit als eine sinnvolle Nahrungsergänzung zum Erhalt der Gelenkintegrität und Gelenkfunktion angesehen werden können (3). Ob eine Vorbeugung von Gelenkschäden durch die regelmäßige Zufuhr von Granatapfelsaft möglich ist, müssen kontrollierte Studien an größeren Kollektiven zeigen. 

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