Aminosäure L-Arginin - wirkt L-Arginin blutdrucksenkend?

 

Hat L-Arginin einen Einfluss auf den Blutdruck?



Folgende Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet:

  • Wirkt die Aminosäure L-Arginin blutdrucksenkend?
  • Kann L-Arginin auch leicht erhöhte Blutdruckwerte vermindern?
  • Ist eine ergänzende Einnahme von L-Arginin zusätzlich zu einer medikmentösen blutdrucksenkenden Therapie wirksam?
  • Welche Dosierungen von L-Arginin sind notwendig, um den Blutdruck zu beeinflussen?


Hintergrund


Bluthochdruck betrifft weltweit rund eine Milliarde Menschen ist aufgrund der Folgeerkrankungen eine große Gefahr für die allgemeine Gesundheit. Es wird allgemein angenommen, dass Lebensstil- und Ernährungsfaktoren eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Bluthochdruck spielen. Diese Einschätzung wurde durch Untersuchungen wie der DASH-Studie bestätigt, die den Nachweis erbrachte, dass eine Ernährung reich an Gemüse, Obst, fettarmen Milchprodukten und wenig gesättigten Fettsäuen wesentlich zu niedrigeren Blutdruckwerten beiträgt (1). Die sogenannte DASH-Diät zeichnet sich zudem durch einen hohen Proteinanteil aus. Es wurde daher die Hypothese formuliert, dass besonders ein Arginin-reiches Protein zur Blutdrucksenkung dieser Diät beigetragen hat.


L-Arginin


L-Arginin ist eine semi-essentielle Aminosäure und das natürliche Substrat der Stickstoffmonoxid (NO)-Synthase und damit verantwortlich für die Bildung von NO, einem Molekül, das entscheidend zur Gefäßweitstellung beiträgt. NO (Stickstoffmonoxid) ist an einer Vielzahl von Regulationsmechanismen des Herz-Kreislauf-Systems beteiligt. Diese Eigenschaft führte zur Annahme, dass L-Arginin eine blutdrucksenkende Wirkung haben könnte.


Es ist attraktiv durch Ernährungsumstellung den Blutdruck zu senken und ggf. einen Bluthochdruck zu verhindern, um langfristig die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern. In den letzten Jahrzehnten wurde bereits eine Reihe von Studien zur Rolle von L-Arginin bei der Blutdruckregulation durchgeführt. Allerdings war die Stichprobengröße dieser Studien eher gering und die methodische Qualität sehr unterschiedlich. Insgesamt waren die Ergebnisse zur Blutdrucksenkung widersprüchlich. Der folgende Beitrag bewertet die bisher veröffentlichten Studien zur Wirkung von L-Arginin auf den Blutdruck.



Studien zur Wirkung von L-Arginin auf den Blutdruck


In einer Cochrane-Metaanalyse wurde die blutdrucksenkende Wirkung von L-Arginin geprüft (2). Insgesamt wurden 11 randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studien mit 387 Teilnehmern in diese Auswertung eingeschlossen. Die Dauer der Studien lag zwischen 2 bis 24 Wochen mit einem Median von 4 Wochen. Die tägliche Dosierung von L-Arginin in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulver lag bei 4 bis 24 g (Medianwert: 9 g).


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Ergebnisse: Im Vergleich zu Placebo konnte durch die L-Arginin-Gabe der Blutdruck gesenkt werden: Der systolische Blutdruck sank um 5,39 mmHg (95 % CI -8,54 bis -2,25, P = 0,001) und der diastolischen Blutdruck verminderte sich um durchschnittlich 2,66 mmHg.

Die Ausprägung der Blutdrucksenkung durch L-Arginin war nur mäßig ausgeprägt, aber eindeutig nachweisbar.

Anzumerken bleibt, dass der größte Teil der Studienteilnehmer zu Behandlungsbeginn einen normalen Blutdruck aufwies, sodass der Raum für eine weitere Blutdrucksenkung eher gering war. In einer Studie zeigten sich Hinweise, dass die Blutdrucksenkung unter L-Arginin-Gabe bei Bluthochdruck-Patienten deutlicher ausfiel als bei Teilnehmern mit normalen Blutdruck (systolischer Blutdruck: −5.6 vs −1.8 mmHg, diastolisch: −3.8 vs −1.8 mmHg). Die blutdrucksenkende Wirkung von L-Arginin wurde sowohl bei Patienten, die bereits antihypertensiv behandelt wurden als auch bei Personen ohne blutdrucksenkende Medikation beobachtet (2).


Diskussion



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Die Studienautoren der Cochrane-Metaanalyse halten es für zu früh, eine allgemeine Empfehlung zur Behandlung von Bluthochdruck mit L-Arginin auszusprechen. Insgesamt seien die bisher untersuchten Patientenzahlen zu gering, die Beobachtungsdauer zu kurz und zudem sei unklar, ob Patienten mit häufigen Begleiterkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie auch profitierten. Zudem ist die Höhe der optimalen Dosierung von L-Arginin zur Blutdrucksenkung noch unklar. Die regelmäßige Aufnahme von etwa 10 g L-Arginin pro Tag könnte möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Therapietreue (Therapie-Adhärenz) haben.


 

Fazit

Das Ergebnis dieser Metaanalyse von randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien belegt, dass die orale L-Arginin-Gabe signifikant den systolischen und diastolischen Blutdruck senkt.

Zwar scheint es verfrüht, L-Arginin allgemein zur Behandlung und Kontrolle von Bluthochdruck zu empfehlen, doch bestätigen die bisherigen Untersuchungen die Annahme, dass eine gesunde Ernährung, mit L-Arginin-reichen Lebensmittel wie Fisch, Soja, Vollkornprodukte, Bohnen und Nüsse zur Prävention von Bluthochdruck beitragen kann.

 

Literatur:


1. Appel LJ, Moore TJ, Obarzanek E, et al. A clinical trial of the effects of dietary patterns on blood pressure. DASH Collaborative Research Group. N Engl J Med 1997;336:1117–24.

2. Dong JY1, Qin LQ, Zhang Z, Zhao Y, Wang J, Arigoni F, Zhang W. Effect of oral L-arginine supplementation on blood pressure: a meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled trials. Am Heart J. 2011 Dec;162(6):959-65.




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