Gesundheitsfördernde Eigenschaften von dunkler Schokolade - Wirkt Kakao blutdrucksenkend?

 

Dunkle Schokolade und Bluthochdruck



Hintergrund
Hoher Blutdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa 50 % der Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit und 37 % der Herz-Kreislauf-Todesfälle in der westlichen Bevölkerung werden dem Bluthochdruck zugeschrieben. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass Kakao-reiche Produkte das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankung reduzieren.

Kakaobohnen sind die Samen des Kakaobaumes (Theobroma cacao L.). Kakao ist der getrocknete Anteil aus den Samen. Kakao ist ein häufiger Bestandteil zahlreicher Lebensmittel, insbesondere von Schokolade. Dunkle Schokolade oder Bitterschokolade besteht zu mindestens 70 % aus Kakaomasse. Dunkle Schokolade ist wie kein anderes Lebensmittel reich an Polyphenolen, insbesondere Flavonoiden.

Die Erforschung gesundheitlicher Auswirkungen von Kakao und Schokolade hat während des letzten Jahrzehnts deutlich an Bedeutung gewonnen. Insbesondere die Auswirkungen des Schokoladenkonsums auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit standen dabei im Mittelpunkt. Obwohl Menschen sich Schokolade als ein Lebensmittel in der Regel nur gelegentlich gönnen, haben selbst diese geringen Mengen Einfluss auf die Gesundheit. Mehrere experimentelle Studien belegen, dass dunkle Schokolade, bereits in Mengen von mehreren Gramm pro Tag, die endotheliale Funktion und Thrombozytenfunktion verbessert und den Blutdruck senkt.

Bei der Bewertung des gesundheitlichen Nutzens von dunkler Schokolade muss dessen Kalorien- und Zuckergehalt und damit dessen Beitrag zur gesamten Ernährung berücksichtigt werden.


Wirkmechanismus

Ernährungsphysiologisch enthält Kakao zahlreiche biologisch aktive Substanzen, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden: Flavonoide (Epicatechin und oligomere Procyanidine), Theobromin und Magnesium (2). Flavonoide weisen antihypertensive, entzündungshemmende und antithrombotische Effekte auf, die alle zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen können.

Für Flavonoide aus Kakao konnte beispielsweise gezeigt werden, dass sie die Bildung des endothelialen Stickstoffmonoxids fördern und damit über eine Gefäßerweiterung zur Blutdrucksenkung beitragen (2).


Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - epidemiologische Studien

In einer deutschen Kohortenstudie an 19.375 Erwachsenen gelang der Nachweis, dass bereits der tägliche Konsum von 6 g Schokolade pro Tag mit einem deutlich verminderten Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt verbunden war (- 39 %). Ein wesentlicher Teil dieses positiven Effektes ist wahrscheinlich auf eine Blutdrucksenkung zurückzuführen (1).

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Jüngste Daten deuten darauf hin, dass eine höhere durchschnittliche Aufnahme von Schokolade (7,5 gegenüber 1,7 g pro Tag, davon 24 % als dunkle Schokolade) mit einem niedrigeren Blutdruck und mit einem um 10 % verminderten Schlaganfall-Risiko einhergeht (1). Bei Patienten mit einem vorangegangenem Myokardinfarkt zeigte sich, dass, zweimal pro Woche Schokolade essen im Vergleich zu nie Schokolade essen mit einer 66%igen Abnahme der kardialen Sterblichkeit in den folgenden 8 Jahren verbunden war (3).

Eine große schwedische Untersuchung konnte diese Befunde im Wesentlichen bestätigen (5). In dieser Untersuchung wurden der Schokoladenkonsum und das Auftreten von Schlaganfällen bei 37.103 Erwachsenen über einen Zeitraum von 10 Jahren nachverfolgt. Als Ergebnis zeigte sich, dass bei Personen, die pro Woche im Mittel 62,9 g Schokolade verzerrten sich seltener ein Schlaganfall ereignete als in der Gruppe, die vollständig auf Schokolade verzichtete (-17 %). Eine nachfolgende Metaanalyse über 5 Studien kam zu ähnlichen Ergebnissen (19 % geringeres Schlaganfallrisiko bei Personen mit dem höchsten Schokoladenkonsum) (5).

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Studien zur Blutdrucksenkung

Mehrere Metaanalysen hatten bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass kakaoreiche Lebensmittel den Blutdruck senken können. In einer kürzlich erschienen Metaanalyse wurden die Daten aus 20 Studien mit 856 Teilnehmern analysiert (Ried 2012). Bei den überwiegend gesunden Teilnehmern konnte eine statistisch signifikante blutdrucksenkende Wirkung von Kakao-Produkten im Vergleich zu Kontrollgruppen nachgewiesen werden. Die Studien hatten mit 2 bis18 Wochen eine relativ kurze Dauer. Die Blutdrucksenkung fiel im Durchschnitt gering aus (systolisch: -2,8 mmHg; diastolisch -2,2 mmHg). Bemerkenswert war, dass der blutdrucksenkende Effekt in der Mehrzahl der Studien bereits nach 14 Tagen nachweisbar war.

Weitere Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass auch Patienten mit einem Bluthochdruck von einem erhöhten Konsum dunkler Schokolade profitieren könnten. Bei Patienten mit Hypertonie konnte eine signifikante Abnahme des systolischen (-5.0 mmHg) und diastolischen Blutdrucks (-2.7 mmHg) dokumentiert werden (4, 6).


Offene Fragen

Bisher unbeantwortet ist die Frage, ob der blutdrucksenkende Effekt von dunkler Schokolade auch langfristig, d.h. über Monate, erhalten bleibt. Sehr wahrscheinlich sind schon relativ geringe Mengen dunkle Schokolade (< 10 g Tag) für positive Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem ausreichend. Unklar ist gegenwärtig, ob größere Mengen überhaupt einen zusätzlichen Effekt auf den Blutdruck aufweisen.


Fazit

Dunkle Schokolade kann schon in relativ geringen Mengen den Blutdruck senken. Dieser gut belegte blutdrucksenkende Effekt von dunkler Schokolade könnte wesentlich zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Bei dem regelmäßigen Genuss dunkler Schokolade gilt es abzuwägen zwischen dem positiven Einfluss auf den Blutdruck und der relativ hohen Fett- und Kalorienzufuhr. Die Zufuhr von dunkler Schokolade kann nicht die notwendige medikamentöse Behandlung einer Hypertonie ersetzen.


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Naturstoffe mit blutdrucksenkender Wirkung:




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Literatur


1. Buijsse B, Weikert C, Drogan D, Bergmann M, Boeing H. Chocolate consumption in relation to blood pressure and risk of cardiovascular disease in German adults. Eur Heart J. 2010 Jul;31(13):1616-23.

2. Ellam S, Williamson G. Cocoa and human health. Annu Rev Nutr. 2013;33:105-28.

3. Janszky I, Mukamal KJ, Ljung R, Ahnve S, Ahlbom A, Hallqvist J. Chocolate consumption and mortality following a first acute myocardial infarction: the Stockholm Heart Epidemiology Program. J Intern Med. 2009 Sep;266(3):248-57.

4. Ried K, Sullivan TR, Fakler P, Frank OR, Stocks NP.Effect of cocoa on blood pressure. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Aug 15;8:CD008893.

5. Walters MR, Williamson C, Lunn K, Munteanu A. Chocolate consumption and risk of stroke: A prospective cohort of men and meta-analysis. Neurology. 2013 Mar 19;80(12):1173-4.

6. Zomer E, Owen A, Magliano DJ, Liew D, Reid CM. The effectiveness and cost effectiveness of dark chocolate consumption as prevention therapy in people at high risk of cardiovascular disease: best case scenario analysis using a Markov model. BMJ. 2012 May 30;344:e3657.



Granatapfel - Granatapfelsaft zur Blutdrucksenkung

 

Hat die regelmäßige Zufuhr von Granatapfelsaft eine blutdrucksenkende Wirkung?



Hintergrund

Der Granatapfelbaum, ursprünglich in Asien beheimatet, wächst heute hauptsächlich im Mittelmeerraum.
Dem Granatapfelsaft werden vielfältige medizinische Wirkungen zugeschrieben. Im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen die blutdrucksenkenden Eigenschaften des Granatapfels. In den letzten 10 Jahren wurde deutlich Fortschritte im Verständnis der pharmakologischen Mechanismen der Bestandteile des Granatapfels gemacht.


Anwendung

Möglicherweise schützen Wirkstoffe des Granatapfels vor kardiovaskulären Erkrankungen. Untersuchungen legen nahe, dass sich Inhaltsstoffe des Granatapfels günstig auf die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) auswirken. Wesentlich entscheidender für die Schutzwirkung von Granatapfelsaft bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen scheint aber die blutdrucksenkende Eigenschaft zu sein.

Ein Bluthochdruck ist definiert als ein systolischer Blutdruck größer als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von größer 90 mmHg. Auch eine Blutdrucksenkung innerhalb des Normalbereichs durch diätetische Maßnahmen kann Folgeerkrankungen vermindern. (5).

Es liegen deutliche Hinweise vor, dass der Konsum von Granatapfelsaft zu einer Blutdrucksenkung führt und damit möglicherweise auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eines Schlaganfalls vermindert.


Wirkmechanismus und Inhaltsstoffe

Den Inhaltsstoffen des Granatapfels werden anti-oxidative und anti-entzündliche Wirkeigenschaften zugeschrieben. Etwa 50 % der Granatapfelfrucht finden Verwendung. Davon entfallen ca. 80 % auf den Saft und 20 % auf die Samen (4).

Zu den Antioxidantien im Granatapfel zählen neben Ascorbinsäure insbesondere Polyphenole. Der Gehalt an löslichen Polyphenolen variiert je nach Sorte zwischen 0,2 und 1 %. Zu den Bestandteilen des Granatapfelsaftes, denen therapeutische eine Bedeutung zugeschrieben werden, zählen u.a. Ellagsäure und Ellagitannine (Schutz vor Arteriosklerose). Die ausgeprägt anti-oxidativen Eigenschaften des Granatapfels werden auf den hohen Gehalt an Punicalagine zurückgeführt (4).



Studien zur Wirksamkeit

Erste orientierende Untersuchungen deuten auf eine signifikante Abnahme des systolischen Blutdrucks unter der täglichen Zufuhr von Granatapfelsaft hin (2, 3). In einer Untersuchung von 10 Personen zeigte sich beispielsweise nach 12 Monaten eine Abnahme des systolischen Blutdrucks um 12 % im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe (3). Bei Patienten mit einer Hypertonie konnte durch eine tägliche Zufuhr von 50 ml Granatapfelsaft nach 2 Wochen eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 5 % dokumentiert werden (2). Bestätigt wurden diese Befunde durch aktuelle Untersuchungen: In einer kleinen Studie mit 21 Bluthochdruck-Patienten konnte gezeigt werden, dass der tägliche Konsum von 150 ml Granatapfelsaft über 2 Wochen im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer signifikanten Reduktion sowohl des systolischen als auch des diastolischen Blutdrucks führt (1). In einer weiteren Untersuchung konnte durch die Aufnahme von Granatapfelsaft direkt vor einer fettreichen Mahlzeit, der sich normalerweise einstellende Anstieg des systolischen Blutdrucks vermindert werden (7). Dass es auch bei gesunden Personen, ohne Bluthochdruck, zu einer leichten Abnahme des Blutdrucks unter der täglichen Aufnahme von 330 ml Granatapfelsaft kommt, konnte in einer Placebo-kontrollierten Studie an 51 gesunden Erwachsenen nachgewiesen werden. Nach 4 Wochen konnte in der Granatapfel-Gruppe eine signifikante Abnahme des systolischen (-3,1 mmHg) und des diastolischen Blutdrucks (-2,3 mmHg) beobachtet werden (6).



Dosierung von Granatapfelsaft

Die bisher veröffentlichten Studien lassen darauf schließen, dass die regelmäßige tägliche Zufuhr von mindestens 150 ml Granatapfelsaft sich günstig auf den Blutdruck auswirkt.


Verträglichkeit

Möglicherweise kann es zu Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Anwendung von Granatapfelsaft und Medikamenten wie Carbamazepin (zur Behandlung von Epilepsien) oder Midazolam (Hypnotikum bzw. Sedativum) kommen. Es liegen Hinweise vor, dass Granatapfel die Metabolisierung von Medikamenten über das Cytochrom P450 3A (CYP3A) beeinflusst. Bei einer ersten Untersuchung am Menschen konnte hingegen keine relevante Wechselwirkung zwischen Midazolam, ein Medikament, was typischerweise über das CYP3A abgebaut wird und Granatapfelsaft beobachtet werden (8).


Fazit

Die Studienergebnisse weisen konsistent auf eine geringe Blutdrucksenkung durch die regelmäßige Zufuhr von Granatapfelsaft hin. Demnach wäre Granatapfelsaft geeignet, als Nahrungsergänzung möglichen Folgen erhöhter Blutdruckwerte vorzubeugen. Bisher liegen nur Untersuchungen an relativ kleinen Patientenkollektiven zur Blutdrucksenkung von Granatapfelsaft vor. Aus diesen Daten lassen sich noch keine allgemeingültigen Empfehlungen zur Anwendung von Granatapfelsaft ableiten. Granatapfelsaft kann eine notwendige medikamentöse Behandlung einer Hypertonie nicht ersetzen.



Weitere Informationen zu medizinischen Wirkungen von Granatapfel:


Granatapfel – Granatapfelsamenöl zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden


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Literatur

1. Asgary S, Sahebkar A, Afshani MR, Keshvari M, Haghjooyjavanmard S, Rafieian-Kopaei M. Clinical Evaluation of Blood Pressure Lowering, Endothelial Function Improving, Hypolipidemic and Anti-Inflammatory Effects of Pomegranate Juice in Hypertensive Subjects. Phytother Res. 2013 Mar 21.

2. Aviram M, Dornfeld L. Pomegranate juice consump-tion inhibits serum angiotensin converting enzyme activity and reduces systolic blood pressure. Atherosclerosis 2001;158:195–8.

3. Aviram M, Rosenblat M, Gaitini D, et al. Pome-granate juice consumption for 3 years by patients with carotid artery stenosis reduces common carotid intima-media thickness, blood pressure and LDL oxidation. Clin Nutr 2004;23:423–33.

4. Aviram M, Rosenblat M. Pomegranate for your cardiovascular health. Rambam Maimonides Med J. 2013 Apr 30;4(2):e0013.

5. Cook, NR, Cohen, J, Hebert, PR, Taylor, JO Hennekens, CH. Implications of small reductions in diastolic blood pressure for primary prevention. Arch Intern Med 1995;155:701–709.

6. Lynn A, Hamadeh H, Leung WC, Russell JM, Barker ME. Effects of pomegranate juice supplementation on pulse wave velocity and blood pressure in healthy young and middle-aged men and women. Plant Foods Hum Nutr 2012;67:309–14.

7. Mathew AS, Capel-Williams GM, Berry SE, Hall WL. Acute effects of pomegranate extract on postprandial lipaemia, vascular function and blood pressure. Plant Foods Hum Nutr 2012;67:351–7.

8. Misaka S, Nakamura R, Uchida S, Takeuchi K, Takahashi N, Inui N, Kosuge K, Yamada S, Watanabe H. Effect of 2 weeks' consumption of pomegranate juice on the pharmacokinetics of a single dose of midazolam: an open-label, randomized, single-center, 2-period crossover study in healthy Japanese volunteers. Clin Ther. 2011 Feb;33(2):246-52.

Granatapfel – Granatapfelsamenöl zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden

 

Wirkt Granatapfelsamenöl bei Hitzewallungen und Nachtschweiß?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Wirkungen hat Granatapfel auf Wechseljahresbeschwerden?
  • Ist die Wirksamkeit von Granatapfelsamenöl bei der Behandlung klimakterischer Beschwerden eindeutig belegt?
  • Mit welchen Nebenwirkungen muss bei der Anwendung von Granatapfelsamenöl gerechnet werden?
  • Mindert Granatapfelsamenöl typische Symptome wie Hitzewallungen und Nachtschweiß?


Hintergrund

Der Granatapfel ist eine der ältesten Kulturfrüchte der Menschheit. Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) ist eine Pflanzenart, die ursprünglich in West- bis Mittelasien beheimatet war. Erst in den letzten 15 Jahren ist der Granatapfel zunehmend in den Blickpunkt der Forschung gerückt.

Neben dem Fruchtsaft/Mark des Granatapfels werden auch die Samen für medizinische Anwendungen genutzt. Aus den Samen der reifen Granatapfelfrucht wird das Granatapfelsamenöl gepresst, dem östrogenartige Wirkungen zugeschrieben werden.


Anwendungsgebiet von Granatapfelsamenöl

Angewendet wird das Granatapfelsamenöl insbesondere von Frauen in den Wechseljahren zur Linderung typischer Beschwerden, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen. Als Standard-Therapie der Wechseljahresbeschwerden gilt die Hormonersatztherapie. Zu den alternativen Therapiemöglichkeiten klimakterischer Beschwerden gehören pflanzliche Wirkstoffe wie z.B. Rotklee, Cimicifuga, Rhapontikrhabarber und Granatapfelsamenöl.

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Inhaltsstoffe und Wirkmechanismus

In zahlreichen Studien konnten anti-oxidative und anti-entzündliche Wirkungen des Granatapfels nachgewiesen werden. Darüber hinaus deuten verschiedene Untersuchungen auf eine Abnahme des allgemeinen Krebsrisikos durch den Verzehr von Granatapfelsaft hin.

Zu den sekundären Pflanzenstoffen des Granatapfels gehören neben den organischen Säuren insbesondere Zucker-Polyphenol-Komplexe. Zu den Polyphenolen des Granatapfels zählen u.a. Phenolcarbonsäuren (z.B. Kaffeesäure, Chlorogensäure), Ellagitannine (Punicalagin) und Flavonoide (z.B. Catechin, Quercetin).

In tierexperimentellen Untersuchungen konnte der Nachweis erbracht werden, dass Granatapfelsamenöl einen künstlich erzeugten Östrogenmangel zum Teil kompensieren kann, in dem es die negativen Folgen auf den Knochenstoffwechsel (Osteoporose) minimiert und depressive Folgeerkrankungen vermindert (1). In-vitro-Untersuchungen weisen zudem auf eine Östrogenrezeptor-modulierende Eigenschaft (SERMs) von Wirkstoffen aus dem Granatapfel hin (2).


Studien zur Wirksamkeit

Es liegen nur wenige kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Granatapfelsamenöl bei postmenopausalen Symptomen vor, die zudem zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt haben.

Eine koreanische Forschergruppe hat die Wirkung von Granatapfel bei 112 Frauen mit Wechseljahresbeschwerden untersucht (3). In dieser Placebo-kontrollierten Studie erhielten die Frauen entweder täglich Granatapfel-Extrakt oder Placebo für insgesamt 12 Wochen. Ergebnis: Die menopausalen Symptome (gemessen anhand des Kuppermann-Index) besserten sich unter dem Granatapfel-Extrakt signifikant im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Keine Veränderungen zwischen beiden Gruppen zeigten sich hingegen in Bezug auf depressive Symptome. Auch bei Blutparametern einschließlich der Östrogenspiegel konnten keine Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet werden (3).

In einer kürzlich veröffentlichten Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie an 81 postmenopausalen Frauen wurde geprüft, ob die tägliche Zufuhr von 2x täglich 30 mg Granatapfelsamenöl (enthalten 127 μg Phytoöstrogene) über einen Zeitraum von 12 Wochen die typischen Wechseljahresbeschwerden im Vergleich zur Placebo-Einnahme vermindert (4). Im Ergebnis zeigte sich, dass es sowohl unter Granatapfelsamenöl als auch unter der Placebo-Einnahme zu einer Abnahme typischer Wechseljahresbeschwerden kam. Da weder nach 12 noch nach 24 Wochen ein signifikanter Unterschied bei der Verminderung der Beschwerden zwischen Granatapfelsamenöl und Placebo beobachtet wurde, muss die Behandlung mit Granatapfelsamenöl formal als nicht wirksam angesehen werden (4).


Verträglichkeit

Relevante Nebenwirkungen wurden in den wenigen veröffentlichten Untersuchungen nicht berichtet.


Fazit

Granatapfelsamenöl enthält Wirkstoffe, die eine östrogenartige Wirkung aufweisen. Die Wirksamkeit von Granatapfelsamenöl zur Linderung von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen ist nicht eindeutig belegt. Die bisher durchgeführten Untersuchungen am Menschen haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Die notwendige Dosierung für eine klinisch relevante Minderung von Wechseljahresbeschwerden ist bislang nicht bekannt. 

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Granatapfel - Granatapfelsaft zur Blutdrucksenkung



Literatur


1. Mori-Okamoto J, Otawara-Hamamoto Y, Yamato H, Yoshimura H.

Pomegranate extract improves a depressive state and bone properties in menopausal syndrome model ovariectomized mice. J Ethnopharmacol. 2004 May;92(1):93-101.

2. Tran HN, Bae SY, Song BH, Lee BH, Bae YS, Kim YH, Lansky EP, Newman RA. Pomegranate (Punica granatum) seed linolenic acid isomers: concentration-dependent modulation of estrogen receptor activity. Endocr Res. 2010 Jan;35(1):1-16.

3. Ahn KH, Kim SM, Yi KW, Park HT, Shin JH, Kim YT, Hur JY, Kim SH, Lee KW, Kim T. The Effect of Pomegranate on Postmenopausal Syndrome: A Randomized, Double-blind, Placebo-controlled Trial. J Korean Soc Menopause 2010 Aug 16(2):99-106. Korean.

4. Auerbach L, Rakus J, Bauer C, Gerner C, Ullmann R, Wimmer H, Huber J. Pomegranate seed oil in women with menopausal symptoms: a prospective randomized, placebo-controlled, double-blinded trial. Menopause. 2012 Apr;19(4):426-32.


Spurenelement Chrom zur Behandlung von Übergewicht – wirksam oder unwirksam?


Kann eine Nahrungsergänzung mit Chrom zur Gewichtsreduktion beitragen?


 Hintergrund

Chrom ist ein essentielles Spurenelement mit einer Vielzahl von Wirkungen im Körper. Insbesondere für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel hat Chrom eine wichtige Bedeutung. Ein ernährungsbedingter Chrommangel gilt in Deutschland allerdings als sehr unwahrscheinlich.

Ob dem Spurenelement Chrom ein besonderer Stellenwert bei der Körpergewichtsreduktion bei Adipositas zukommt, ist nach wie vor umstritten.

Melisse bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen – wirksam oder unwirksam?


Untersuchungen zur Wirkung der Zitronenmelisse beim Menschen



In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet:

  • Welchen Einfluss hat Melisse auf die Folgeerscheinungen von Stress?
  • Vermindern Zitronenmelisse-Extrakte die durch Stress verursachte Ängstlichkeit und Unruhe?
  • Wirken Extrakte der Zitronenmelisse beruhigend?
  • Ist Melisse bei Herpes labialis wirksam?


Hintergrund

Die Zitronenmelisse wird als Gewürz-, und als Arzneipflanze angebaut. Besonders die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Medizinisch wird Melissa officinalis (Zitronenmelisse) als mildes Beruhigungsmittel, bei Einschlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und lokal bei Herpes labialis eingesetzt.


Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist eine aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Im deutschen Namen spiegelt sich wider, dass die Pflanze und mehr oder weniger stark nach Zitronen duftet.


Inhaltsstoffe

Melissenblätter enthalten 4 bis 7 % Hydroxyzimtsäure-Derivate, insbesondere Rosmarinsäure, zudem Chlorogensäure, Kaffeesäure und ätherisches Öl (Citral, Citronellal und β-Caryophyllen). Weitere Bestandteile sind Linalool, Geraniol, Caryophyllenepoxid , Germacren D, Methylcitronellal, Geranylacetat, α-Copaen und Nerol. Die Herkunft, die Klimabedingungen und der Erntezeitpunkt beeinflussen die Zusammensetzung des ätherischen Öls.


Anwendungsgebiet

Zur Herstellung von Arzneimitteln werden die Blätter (Melissae folium) verwendet. Als Anwendungsgebiete sind in der Monographie nervös bedingte Einschlafstörungen, funktionelle Magen‐Darm‐Beschwerden und Linderung der Beschwerden bei Herpes simplex‐Infektionen aufgeführt. Wie andere pflanzliche Schlafmittel erleichtert Melisse das Abschalten und unterstützt das Einschlafen. In der Phytotherapie wird die Melisse bei Einschlafstörungen meist mit Hopfen und Baldrian kombiniert.

Volksmedizinisch schreibt man der Melisse auch eine beruhigende, krampflösende, verdauungsfördernde und entblähende Wirkung zu.


Wirkmechanismus

Aufgrund des Gehaltes an Rosmarinsäure haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung.

In-vitro-Untersuchung beschreiben relevante Wirkungen von Melissen-Extrakt im zentralen Nervensystem. Die Wirkungen beziehen sich auf antioxidative Eigenschaften (13) und auf direkte Muskarin- und Nikotinrezeptor-bindende Eigenschaften im Gehirn. Darüber hinaus wurde eine Hemmung der Acetylcholinesterase (AChE) beschrieben (6, 14, 17). Diese Eigenschaften sind nicht auf einen einzelnen Wirkstoff zurückzuführen, sondern leiten sich wahrscheinlich aus Synergien zwischen den einzelnen Wirkstoffen ab.

Tierexperimentelle Untersuchungen belegen eine angstlösende Eigenschaft des Extrakts (7). In Laborversuchen konnte Melisse die Acetylcholin-Aktivität, die bei Alzheimer-Erkrankten deutlich vermindert ist, erhöhen.

Für das ätherische Öl der Melisse sowie deren alkoholischen Extrakt konnte in Labor-Untersuchungen eine Wirkung gegen Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 und 2 nachgewiesen werden (16). Melissen-Extrakte können zellfreie Herpes-Viren inaktivieren und somit deren Infektiosität sehr stark reduzieren. Zellfreie Herpes-simplex-Viren werden bei betroffenen Patienten insbesondere während der so genannten Bläschenphase beobachtet. Das Sekret der Bläschen ist hoch infektiös und stellt eine wichtige Infektionsquelle dar. Alkoholische Melisse-Extrakte zeigten in Untersuchungen einen dualen Wirkmechanismus, indem sie zum einen die zellfreien Viren inaktivierten und zum anderen bei Vorbehandlung der Wirtszellen die Infektion dieser Zellen mit dem Herpes-simplex-Virus um über 80 % reduzierten (16).

Die Wirkung des Melissen-Extraktes bei der lokalen Herpes-simplex-Infektion beruht auf der Hemmung der interzellulären Ausbreitung der Herpeserreger bereits in der ersten Phase der Infektion: In-vitro-Experimente haben gezeigt, dass die Inhaltsstoffe der Melisse durch Anlagerung an die Zelloberfläche die Rezeptoren blockieren und somit das Anheften und Eindringen der Viren in die Zellen verhindern.



Studien zur Wirksamkeit

 

Einfluss von Melisse auf die Stressreaktion

In einer Placebo-kontrollierten, doppelblinden Crossover-Studie wurde an 18 gesunden Probanden geprüft, ob Zitronenmelisse in der Dosierung von 300 oder 600 mg die unerwünschten Rektionen einer Stresssituation günstig beeinflusst (9). Bei den Ergebnissen ist hervorzuheben, dass der negative Effekt von Stress auf die Stimmung durch die 600 mg Dosierung von Zitronenmelisse vermindert wurde. Die Probanden bezeichneten sich insgesamt als ruhiger und weniger stark in Alarmzustand versetzt als unter der Placebo-Medikation. Objektiv bestätigt wurde diese Einschätzung durch eine höhere Rechengeschwindigkeit der Versuchsteilnehmer bei unverändertem Fehleranteil (9).

Vorausgehende Untersuchungen hatten bereits Anhaltspunkte geliefert, nach denen Zitronenmelisse die Arbeitsgenauigkeit und die Aufmerksamkeit bei gesunden Probanden verbessert (10). Hingegen zeigte sich eine Tendenz zur Abnahme des Erinnerungsvermögens (Arbeitsgedächtnis). Bereits unter der Einnahme der niedrigen Dosis (300 mg) berichteten die Probanden über das Gefühl „ruhiger zu sein“, während eine erhöhte „Wachheit“ von den Personen nur unter der hohen Dosierung (900 mg) wahrgenommen wurde (10).


Beeinflussung von Ängstlichkeit – Zitronenmelisse in Kombination mit Baldrian

Ziel einer weiteren Placebo-kontrollierten Untersuchung war es zu prüfen, ob die kombinierte Anwendung von Zitronenmelisse mit Baldrian sich vorteilhaft auf die mit Stresssituationen einhergehende Ängstlichkeit auswirkt (8). Dazu erhielten 24 gesunde Freiwillige an verschiedenen Tagen drei Dosierungen dieser Kombination (600 mg, 1200 mg, 1800 mg). Bemerkenswert bei den Ergebnissen war die Beobachtung, dass sich bereits unter der niedrigen Dosierung von 600 mg der Kombination eine Abnahme der Angst zeigte, während unter der höchsten Dosierung (1800 mg) eine gering ausgeprägte Zunahme von Ängstlichkeit beobachtet wurde. Die Ergebnisse dieser Untersuchung stützen die Einschätzung, nach der Zitronenmelisse in Kombination mit Baldrian die mit Stresssituationen verbundene Ängstlichkeit vermindert, wobei zu hohe Dosierungen gegenteilige Effekte haben können (8).


Anwendungsgebiet

Zur Behandlung der negativen Auswirkungen von Stress sind Melissen-Präparate nicht zugelassen. Als Arzneimittel zur Behandlung von Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen sind hingegen verschiedene pflanzliche Kombinationspräparate mit dem Wirkstoff Zitronenmelissen-Extrakt zugelassen (u.a. Sedacur® forte, Euvegal®, Pascosedon®, Sandrin®, SE Baldrian/Melisse forte).


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Dosierung

Bei den Dosierungen ist der sehr unterschiedliche Wirkstoffgehalt der einzelnen Arzneimittel zu beachten.

Euvegal® und SE Baldrian/Melisse forte enthalten z.B. 320 mg Trockenextrakt aus Baldrianwurzeln und 160 mg Trockenextrakt aus Melissenblättern je Filmtablette.
Bei Unruhezuständen wird Erwachsenen die Einnahme von 2-mal täglich einer Filmtablette empfohlen.


Wirkung von Melisse bei Morbus Alzheimer

Psychotische Symptome oder Agitiertheit sind bei Patienten mit Morbus Alzheimer in einer bestimmten Phase der Erkrankung eine häufige Erscheinung. Sie stellen eine emotionale Belastung für die Patienten und Angehörige dar. In einer Placebo-kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit einer Zitronenmelisse-Aromatherapie mit der Standardbehandlung Donepezil und Placebo bei 114 Patienten mit Morbus Alzheimer verglichen (4). Nach 12 Wochen Behandlung zeigte sich eine substanzielle Besserung der Agitiertheit in allen drei Behandlungsgruppen. Es wurde allerdings kein signifikanter Unterschied zwischen der Aromatherapie mit Zitronenmelisse und der Placebo-Gabe beobachtet. Den Daten zufolge war weder Donepezil noch Zitronenmelisse der Placebo-Gabe überlegen (4).

Weitere doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studien haben die Auswirkungen von Melissen-Extrakt bei Patienten mit Demenz untersucht. In der Untersuchung von Ballard und Mitarbeitern konnten eine Abnahme von Agitiertheit und eine Verbesserung der Lebensqualität unter einer Zitronenmelisse-Aromatherapie bei 71 Patienten mit schwerer Demenz nachgewiesen werden. Während unter der Placebo-Behandlung nur 14 Prozent der Patienten eine klinisch relevante Verminderung der Agitiertheit aufwiesen, erreichten unter der Melisse-Aromatherapie 60 Prozent eine mindestens 30-prozentige Abnahme (CMAI-Score). Auffällige Nebenwirkungen wurden in dieser Studie nicht beobachtet (3).

In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie erhielten 21 Alzheimer-Patienten über 16 Wochen eine alkoholische Tinktur aus Zitronenmelisse (1). Am Ende der Behandlungsphase zeigte der Melisse-Extrakt ein deutlich besseres Ergebnis bei den kognitiven Funktionen als Placebo. Im Einzelnen konnten eine Abnahme von Agitiertheit und eine verbesserte kognitive Leistung (Alzheimer Disease Assessment Scale, kognitive Subskala) und des Verhaltens (Clinical Dementia Rating) bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenzerkrankung dokumentiert werden (1).

Für die Behandlung von Morbus Alzheimer sind keine Zitronenmelisse-Präparate als Arzneimittel zugelassen.



Wirkung von Zitronenmelisse auf Infektionen mit Herpes-simplex-Viren (Herpes labialis)

In einer randomisierten Doppelblind-Studie wurde die Wirksamkeit einer Zitronenmelisse-Creme bei 116 Patienten mit einer akuten Herpes-simplex-Infektion im Lippenbereich (Herpes labialis) untersucht (18). Die Behandlung wurde innerhalb von 72 Stunden nach Einsetzen der Symptome begonnen und 2- bis 4-mal täglich für 5 - 10 Tage verabreicht. Ergebnis: Bei der Einschätzung des Behandlungserfolges durch den Patienten war die Zitronenmelisse der Placebo-Behandlung signifikant überlegen. Die Heilung wurde als "sehr gut" von 41 Prozent der Patienten in der Zitronenmelisse-Gruppe im Vergleich zu 19 Prozent in der Placebo-Gruppe (p = 0,022) beurteilt (18).

Eine weitere Placebo-kontrollierte Doppelblind-Studie hat die lokale Wirkung einer Zitronenmelisse-Creme (1 % Trockenextrakt aus Melissenblättern) zur Therapie von Herpes simplex labialis untersucht (11). 66 Patienten mit einer Vorgeschichte von rezidivierendem Herpes labialis (mindestens vier Episoden pro Jahr) erhielten entweder die Melissen-Creme oder Placebo über fünf Tage. Die Creme wurde viermal täglich auf den betroffenen Bereich aufgetragen. Bewertet wurde anhand eines Symptomscores, der die Stärke der Beschwerden, die Größe des betroffenen Areals und die Ausprägung von Bläschen erfasste. Ergebnis: Am zweiten Tag zeigte sich ein signifikanter Unterschied beim primären Zielparameter zwischen der Melisse- und der Placebo-Gruppe (Verum 4,03 + / - 0,33 (3,0); Placebo 4,94 + / - 0,40 (5,0)). Die untersuchte Zitronenmelisse-Formulierung erwies sich bei der Behandlung von Herpes simplex labialis als wirksam (11). Neben der Verkürzung der Heilungsphase und der Verhinderung einer Ausbreitung der Infektion wurde auch eine rasche Wirkung auf typische Symptome von Herpes labialis wie Jucken, Schwellungen, Spannungsgefühl und Rötung beobachtet.


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Diskussion

In zahlreichen In-vitro-Untersuchungen konnte eine Wirkung von Zitronenmelisse als Extrakt oder ätherisches Öl auf Herpes-simplex-Viren nachgewiesen werden (2, 12). Die bisher veröffentlichten klinischen Untersuchungen zur Zitronenmelisse können als Hinweis auf eine mögliche Wirksamkeit angesehen werden. Es bleibt unklar, ob die beobachteten Unterschiede im Vergleich zu Placebo klinisch relevant sind. Es liegen bisher keine direkten Vergleichsuntersuchungen zu Standardtherapien mit nachgewiesener Wirksamkeit, wie z.B. Aciclovir, vor.

Anwendungsgebiet, Dosierung und Nebenwirkungen
Zur Behandlung von Herpes labialis mit Zitronenmelisse ist nur das Präparat Lomaherpan® Creme als Arzneimittel zugelassen.


  • Anwendung: Linderung der Beschwerden bei Herpes simplex.
  • Dosierung: 2- bis 4-mal tägliche die Creme auf die betroffenen Hautstellen auftragen.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Urtikaria (Nesselsucht), Exantheme (akut auftretender Hautausschlag) und Hautrötungen.


Strahlenschutz – Verminderung von oxidativem Stress

Medizinisches Fachpersonal in der Radiologie ist dauerhaft einer geringen Röntgenstrahlung ausgesetzt. In einer Untersuchung mit 55 radiologisch tätigen Mitarbeitern wurde geprüft, ob die Zufuhr von Zitronenmelisse in Form von Tee (1,5 g/100 ml) über 30 Tage den antioxidativen Status verbessert und so vor den möglichen Strahlenfolgen schützen kann. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Aufnahme von Zitronenmelisse den oxidativen Stress und DNA-Schäden bei Radiologie-Mitarbeitern deutlich verminderte (19).


Verträglichkeit

Zitronenmelisse-Extrakte haben sich in Studien als überwiegend gut verträglich erwiesen. Selten wurde über Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Hauterscheinungen berichtet (5). In einer systematischen Untersuchung zur Verträglichkeit von pflanzlichen Wirkstoffen wurden bei der Anwendung von Melisse-Extrakten nur gering ausgeprägte unerwünschte Nebenwirkungen dokumentiert (15).


Fazit

Zitronenmelisse hat sich in Studien als wirksame Therapieoption zur Minderung stressbedingter Ängstlichkeit und Unruhe erwiesen. Bei Patienten mit Morbus Alzheimer sprechen insbesondere psychotische Symptome wie Agitiertheit auf eine Behandlung mit Melisse-Extrakt an. Darüber hinaus liegen Hinweise für eine Wirkung von Zitronenmelisse zur Linderung von Beschwerden bei Herpes-simplex labialis vor.



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Literatur


1. Akhondzadeh S, Noroozian M, Mohammadi M, Ohadinia S, Jamshidi AH, Khani M. Melissa officinalis extract in the treatment of patients with mild to moderate Alzheimer's disease: a double blind, randomised, placebo controlled trial. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2003 Jul;74(7):863-6.

2. Astani A, Reichling J, Schnitzler P.Melissa officinalis extract inhibits attachment of herpes simplex virus in vitro. Chemotherapy. 2012;58(1):70-7.

3. Ballard CG, O'Brien JT, Reichelt K, Perry EK. Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. J Clin Psychiatry. 2002 Jul;63(7):553-8.

4. Burns A, Perry E, Holmes C, Francis P, Morris J, Howes MJ, Chazot P, Lees G, Ballard C. A double-blind placebo-controlled randomized trial of Melissa officinalis oil and donepezil for the treatment of agitation in Alzheimer's disease. Dement Geriatr Cogn Disord. 2011;31(2):158-64.

5. Fachinformation zum Arzneimittel Sedacur® forte Beruhigungsdragees, Stand der Information: Juli 2011.

6. Ferreira A, Proença C, Serralheiro MLM, Araújo MEM. The in vitro screening for acetylcholinesterase inhibition and antioxidant activity of medicinal plants from Portugal. Journal of Ethnopharmacology. 2006;108:31–7.

7. Ibarra A, Feuillere N, Roller M, Lesburgere E, Beracochea D. Effects of chronic administration of Melissa officinalis L. extract on anxiety-like reactivity and on circadian and exploratory activities in mice. Phytomedicine. 2010;17:397–403.

8. Kennedy DO, Little W, Haskell CF, Scholey AB. Anxiolytic effects of a combination of Melissa officinalis and Valeriana officinalis during laboratory induced stress. Phytother Res. 2006 Feb;20(2):96-102.

9. Kennedy DO, Little W, Scholey AB. Attenuation of laboratory-induced stress in humans after acute administration of Melissa officinalis (Lemon Balm). Psychosom Med. 2004 Jul-Aug;66(4):607-13.

10. Kennedy DO, Scholey AB, Tildesley NT, Perry EK, Wesnes KA. Modulation of mood and cognitive performance following acute administration of Melissa officinalis (lemon balm). Pharmacol Biochem Behav. 2002 Jul;72(4):953-64.

11. Koytchev R, Alken RG, Dundarov S. Balm mint extract (Lo-701) for topical treatment of recurring herpes labialis. Phytomedicine. 1999 Oct;6(4):225-30.

12. Mazzanti G, Battinelli L, Pompeo C, Serrilli AM, Rossi R, Sauzullo I, Mengoni F, Vullo V. Inhibitory activity of Melissa officinalis L. extract on Herpes simplex virus type 2 replication. Nat Prod Res. 2008;22(16):1433-40.

13. Pereira RP, Fachinetto R, de Souza Prestes A, Puntel R, Santos da Silva G, Heinzmann B, Boschetti T, Athayde M, Bürger M, et al. Antioxidant effects of different extracts from Melissa officinalis, Matricaria recutita and Cymbopogon citratus. Neurochem Res. 2009;34:973–83.

14. Perry N, Court G, Bidet N, Court J, Perry E. European herbs with cholinergic activities: potential in dementia therapy. Int J Geriatr Psychiatry.1996;11:1063–9.

15. Posadzki P, Watson LK, Ernst E. Adverse effects of herbal medicines: an overview of systematic reviews. Clin Med. 2013 Feb;13(1):7-12.

16. Reichling J, Schnitzler P. Antivirale Phyto-Wirkstoffe zur topischen Behandlung von banalen, rezidivierenden Lippenherpes-Episoden. Z Phytother 2011; 32(6): 260-265.

17. Wake G, Court J, Pickering A, Lewis R, Wilkins R, Perry E. CNS acetylcholine receptor activity in European medicinal plants traditionally used to improve failing memory. J Ethnopharmacol. 2000;69:105–14.

18. Wolbling RH, Leonhardt K. Local therapy of Herpes simplexwith dried extract from Melissa officinalis. Phytomedicine 1994;1:25-31

19. Zeraatpishe A, Oryan S, Bagheri MH, Pilevarian AA, Malekirad AA, Baeeri M, Abdollahi M. Effects of Melissa officinalis L. on oxidative status and DNA damage in subjects exposed to long-term low-dose ionizing radiation. Toxicol Ind Health. 2011 Apr;27(3):205-12.

Ist Rhapontikrhabarberwurzel bei Wechseljahresbeschwerden wirksam?

Lindern Extrakte der sibirischen Rhabarberwurzel klimakterische Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche?
 

Extrakte aus Rhapontikrhabarberwurzel (Rheum rhaponticum) zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden wie Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit



Hintergrund

Die Diskussion um mögliche Risiken der Hormonersatztherapie hat dazu beigetragen, dass Frauen sich zunehmend pflanzlichen Alternativen zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zuwenden. Neben Extrakten aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und Rotklee (Trifolium pratense) werden auch Extrakte der sibirischen Rhabarberwurzel (Rheum rhaponticum) mit Erfolg zur Behandlung klimakterischer Beschwerden eingesetzt.


Rhapontikrhabarberwurzel (Rheum rhaponticum)

Rhapontik-Rhabarber (Sibirischer Rhabarber) ist eine in Norwegen und Sibirien beheimatete Pflanzenart der Gattung Rhabarber, die zur Familie der Knöterichgewächse gehört.


Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre können bei Frauen bereits ab dem 40. Lebensjahr zu gesundheitlichen Beschwerden führen, unter anderem zu Hitzewallungen, nächtlichen Schweißausbrüchen, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Auch wird über eine Zunahme von Kopfschmerzen und depressiver Verstimmung in den Wechseljahren berichtet. Schweißausbrüche und Hitzewallungen zählen zur Gruppe der vasomotorischen Beschwerden. Darunter versteht man Symptome, die mit einer Verengung oder Erweiterung der Blutgefäße zusammenhängen. Hitzewallungen sind anfallsweise auf- oder absteigende Wärmewellen (hot Flush), die vom Hals, Kopf oder von der Brust ausgehen. Gleichzeitig kann ein wellenförmiges Erröten (Flush) auftreten. Etwa ein bis zwei Drittel der Frauen haben während der Wechseljahre Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Bei der Mehrzahl der Frauen sind die Symptome nur gering ausgeprägt. Bei einigen Frauen können die Beschwerden jedoch so ausgeprägt sein, dass sie die Lebensqualität wesentlich beeinträchtigen.

Standard-Therapie von Wechseljahresbeschwerden ist die Hormonersatztherapie. Zu den alternativen Therapiemöglichkeiten klimakterischer Beschwerden gehört der pflanzliche Wirkstoff Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt, der als nicht-rezeptpflichtiges Arzneimittel angeboten wird.

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Anwendungsgebiet von Rhapontikrhabarber

Zur Besserung der durch die Wechseljahre bedingten psychischen und neurovegetativen Beschwerden wie Hitzewallungen/Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Ängstlichkeit und depressiver Verstimmungen.


Wirkmechanismus

Die Wurzel des Rhapontikrhabarbers enthält Phytoöstrogene, die beim Menschen eine östrogenartige Wirkung ausüben. Als wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe gelten Rhaponticin, Rhapontigenin, Desoxyrhaponticin, und Desoxyrhapotigenin. Die Wirkstoffe binden im menschlichen Körper an Östrogenrezeptoren. Durch die Aktivierung dieser Rezeptoren werden Wechseljahresbeschwerden gebessert. Studien zufolge unterscheidet sich Rhapontikrhabarber von den synthetischen Hormonen einer Hormonersatztherapie dadurch, dass die Wirkstoffe nur am Beta-Östrogenrezeptor wirken und den Alpha-Östrogenrezeptor nicht aktivieren (1). Ein Teil der bekannten Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie wird auf die Aktivierung dieser Alpha-Rezeptoren zurückgeführt.


Studien zur Wirksamkeit

In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde die Wirksamkeit von Rhapontikrhabarberwurzel bei 109 Patientinnen mit Wechseljahrsbeschwerden untersucht (3). Über einen Zeitraum von 12 Wochen erhielten die perimenopausalen Frauen entweder täglich 1 Tablette mit 4 mg Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt oder Placebo.
Gemessen wurde die Wirksamkeit anhand einer Selbstbeurteilungs-Skala (MRS II = Menopause Rating Scale II). Mit diesem Fragebogen werden die häufigsten Symptome wie Hitzewallungen/Schwitzen, Herzbeschwerden, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, körperliche und geistige Erschöpfung, Sexualprobleme, Trockenheit der Scheide, Harnwegsinfekte und Gelenkschmerzen erfasst.
Ergebnisse: Nach 12 Wochen hatte sich der MRS-Symptom-Score unter der Einnahme von Rhapontikrhabarberwurzel im Vergleich zur Placebo-Anwendung signifikant gebessert. Besonders die Anzahl und Schwere der Hitzewallungen hatte sich vermindert. Auch bei der Lebensqualität zeigte sich eine signifikante Zunahme unter der Behandlung mit sibirischem Rhabarber im Vergleich zu Placebo. Bei der gynäkologischen Untersuchung zeigten sich am Ende der Untersuchung keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Nebenwirkungen mit Bezug zur Einnahme von Rhapontikrhabarberwurzel wurden nicht beobachtet (3).

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Drei Jahre später wurde zu dem gleichen Extrakt (ERr 731) eine weitere Studie mit ähnlichem Studiendesign veröffentlicht. Bei den insgesamt 56 mit Rhapontikrhabarberwurzel behandelten Patientinnen konnte nach einer Therapiedauer von 12 Wochen eine signifikante Abnahme im MRS-Beschwerde-Score im Vergleich zur Placebo-Gruppe dokumentiert werden (6). Dass sich neben den vasomotorischen Beschwerden auch die psychischen Wechseljahrsbeschwerden, wie depressive Verstimmungen, Ängstlichkeit und Schlafstörungen durch die Gabe von Rhapontikrhabarberwurzel positiv beeinflussen lassen, darauf deutet eine weitere Untersuchung hin, in der insbesondere eine signifikante Abnahme von Ängstlichkeit und eine Zunahme des allgemeinen Wohlbefindens beschrieben wurden (4).


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In einer weiteren Untersuchung wurde geprüft, ob Rhapontikrhabarberwurzel auch in der Langzeit-Anwendung wirksam und verträglich ist. Dazu erhielten 39 Frauen den Extrakt aus Rhapontikrhabarberwurzel und 41 Frauen ein Placebo über einen Zeitraum von 48 Wochen. Die Ergebnisse bestätigten zum einen, dass die Besserung der Wechseljahrsbeschwerden auch über mehrere Monate erhalten bleibt und zum anderen, dass eine Fortsetzung der Behandlung im Einzelfall noch zu einer weiteren Abnahme der Hitzewallungen beitragen kann (5).


Dosierung und Wirkeintritt

Die pflanzlichen Arzneimittel Femi-loges® und Phyto-Strol® enthalten pro Tablette 4 mg Trockenextrakt aus Rhapontikrhabarberwurzel. Als Dosierung wird die Einnahme von 1-mal täglich einer Tablette zusammen mit einer ausreichenden Menge Wasser empfohlen (2). Eine erste Besserung der Beschwerden kann nach ca. 3 bis 4 Wochen erwartet werden. Eine deutliche Minderung der Beschwerden wurde in Studien nach ca. 12 Wochen Behandlung beobachtet (3, 4, 6).


Verträglichkeit

In Studien wird über eine gute Verträglichkeit von Rhapontikrhabarberwurzel berichtet (3, 6). Insbesondere wurde auch bei Langzeit-Anwendung nicht über Spannungsgefühle in der Brust oder über Zwischenblutungen berichtet (5). Auch eine Gewichtszunahme wurde nicht beobachtet. Bei der Anwendung von Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt kann es zum Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Hautrötung, Hautausschlag, Hautschwellungen und Juckreiz kommen (2). Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden bisher nicht berichtet.


Fazit

Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt hat sich in Studien als wirksame Therapieoption zur Besserung der durch die Wechseljahre bedingten Beschwerden wie Hitzewallungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und Ängstlichkeit erwiesen. In den wenigen kontrollierten klinischen Studien wird die Verträglichkeit auch in der Langzeit-Anwendung als gut bezeichnet.



Zum gleichen Thema:

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http://wirksam-oder-unwirksam.blogspot.de/

Literatur

1. Wober J, Möller F, Richter T, Unger C, et al. Activation of estrogen receptor-β by a special extract of Rheum rhaponticum (ERr 731®), its aglycones and structurally related compounds. In: The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology. 107;(3–5), 2007,191–201.

2. Fachinformation zum Arzneimittel Phyto-Strol® compact, Stand Mai 2012

3. Heger M, Ventskovskiy BM, Borzenko I, Kneis KC, Rettenberger R, Kaszkin-Bettag M, Heger PW. Efficacy and safety of a special extract of Rheum rhaponticum (ERr 731) in perimenopausal women with climacteric complaints: a 12-week randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Menopause. 2006 Sep-Oct;13(5):744-59. Erratum in: Menopause. 2007 Mar-Apr;14(2):339.

4. Kaszkin-Bettag M, Ventskovskiy BM, Kravchenko A, Rettenberger R, Richardson A, Heger PW, Heger M. The special extract ERr 731 of the roots of Rheum rhaponticum decreases anxiety and improves health state and general well-being in perimenopausal women. Menopause. 2007 Mar-Apr;14(2):270-83.

5. Hasper I, Ventskovskiy BM, Rettenberger R, Heger PW, Riley DS, Kaszkin-Bettag M. Long-term efficacy and safety of the special extract ERr 731 of Rheum rhaponticum in perimenopausal women with menopausal symptoms. Menopause. 2009 Jan-Feb;16(1):117-31.

6. Kaszkin-Bettag M, Ventskovskiy BM, Solskyy S, Beck S, Hasper I, Kravchenko A, Rettenberger R, Richardson A, Heger PW. Confirmation of the efficacy of ERr 731 in perimenopausal women with menopausal symptoms. Altern Ther Health Med. 2009 Jan-Feb;15(1):24-34.